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Geschnitzte Meerschaumpfeifen des 19. Jahrhunderts

Zwischen etwa 1850 und 1920 wurden in Werkstätten von Wien bis New York figürliche Meerschaumpfeifen einzeln von Hand geschnitzt. Die Möglichkeiten des Materials, die Werkstattorganisation und Weltausstellungsstücke werden in diesem Artikel behandelt.

Etiketler:

lüle taşı, oymacılık, 19. yüzyıl, sergiler

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Geschnitzte Meerschaumpfeifen des 19. Jahrhunderts gelten als der Fertigungszweig, in dem sich die Pfeifenherstellung am stärksten der kleinformatigen Bildhauerei annäherte. Der aus den Vorkommen der Eskişehir-Ebene gewonnene Meerschaum wurde größtenteils als Rohknolle nach Mitteleuropa verschickt, wo er in den dortigen Werkstätten einzeln von Hand zu Objekten mit Gesicht, Szene und Geschichte verarbeitet wurde. Ausmaß, Arbeitsteilung und Motivrepertoire dieses Zweigs lassen sich heute größtenteils aus den Ausstellungsaufzeichnungen und der Fachpresse der Zeit nachvollziehen; die verbreitete Auffassung ist, dass die Blütezeit um 1850 begann und bis etwa 1920 andauerte.


Die Möglichkeiten des Materials


Das Mineral, das den Namen Sepiolith trägt, ist so weich, dass es sich mit dem Fingernagel ritzen lässt; die Mohshärte wird mit etwa 2 angegeben. Bei porösen, trockenen Massen wurde ein spezifisches Gewicht zwischen 0,988 und 1,279 gemessen, das Stück kann also im Wasser schwimmen. Diese Verbindung von Weichheit und Leichtigkeit ermöglicht es, ganze Figurengruppen aus einem einzigen Steinstück herauszuarbeiten und den Meißel bis auf die Ebene von Haarsträhnen, Stofffalten und Blattadern absinken zu lassen.


Auch Vor- und Nachbereitung erfolgten von Hand. Die rote Erdkruste auf der aus dem Bergwerk kommenden Knolle wurde abgeschabt, der Stein getrocknet, erneut abgeschabt und dann gewachst. Nach Abschluss der Schnitzarbeit wurde das Stück mit Sandpapier geglättet, in Wachs oder Stearin erhitzt und zuletzt mit Knochenasche poliert. Auch der Werkstattabfall wurde verwertet: Der unter dem Meißel anfallende Staub und die Splitter wurden mit Bindemittel zu gepresstem Meerschaum (Masse) verarbeitet. Diese Mischung ist schwerer und dichter als Blockstein und gilt als für feine Schnitzarbeit ungeeignet.


Werkstätten und Arbeitsteilung


Wien gilt über das gesamte Jahrhundert hinweg als das führende Zentrum der Meerschaumschnitzerei; Budapest, Nürnberg, Paris, London und New York gehörten mit ihren Werkstätten ebenfalls zu diesem Netz. Aufzeichnungen zufolge verdienten gegen Ende des Jahrhunderts in Österreich etwa 150 Meister und 800 Gesellen, in den Vereinigten Staaten rund dreihundert Schnitzer ihren Lebensunterhalt mit diesem Handwerk; für die Werkstattbelegschaft in Deutschland werden Schätzungen im Bereich mehrerer tausend Personen angegeben. Der Nachwuchs speiste sich aus zwei Quellen: Ein Teil war an Fach- oder Kunstschulen ausgebildet worden, ein Teil hatte das Handwerk unmittelbar beim Meister erlernt. In New York war die sichtbarste Adresse dieses Gewerbes die Kaldenberg-Werkstatt.


Nicht die gesamte Produktion bewegte sich auf diesem Niveau. Zahllose Kopien einiger weniger Motive — Hirsch, Hund, Pferd und Adlerklaue — überschwemmten in denselben Jahren als Billigware den Markt. Beim Mundstück galt Bernstein in dieser Zeit als das angesehenste Material.


Ausstellungspfeifen


Die großen Ausstellungen waren das Schaufenster, in dem sich die Werkstätten miteinander maßen. Zur Great Exhibition von 1851 in London war aus Nürnberg ein silbergefasster Kopf mit einer eingearbeiteten Szene eines Heiligen und eines Drachens gekommen. In den Vitrinen der London International Exhibition von 1862 fanden sich Szenen aus einem Shakespeare-Stück sowie belebte Kompositionen mit Pferdekutschen. Zur Exposition Universelle 1867 in Paris trat das New Yorker Unternehmen Kaldenberg & Son mit dreißig Stücken an. In den über die Centennial Exposition 1876 in Philadelphia verfassten zeitgenössischen Darstellungen werden österreichische Meerschaumerzeugnisse als eigene Gruppe genannt: Porträts bekannter Persönlichkeiten, Volkstypen, Tier- und Vogelfiguren, Jagd- und Geschichtsszenen.


Zeitungsberichten der Epoche zufolge trug ein für die Pariser Ausstellung von 1889 gefertigtes Set Kopf- und Schulterporträts der amerikanischen Präsidenten von George Washington bis Benjamin Harrison auf getrennten Köpfen; die Porträts waren nach Stahlstichen gearbeitet. Der auf der Weltausstellung 1893 in Chicago gezeigte riesige Kopf wiederum stellte mit mehr als zwanzig Figuren die Anlandung des Kolumbus dar; Berichten zufolge war der Stein für dieses Stück eigens aus der Türkei beschafft worden.


Eine Legende und das Ende der Epoche


Einem 1949 in einer amerikanischen Pfeifenzeitschrift erschienenen Artikel zufolge habe der französische Bildhauer Pierre Paul Puget (1620–1694) im Jahr 1652 eine vielfigurige Meerschaumpfeife geschnitzt. Pfeifenhistoriker akzeptieren diese Erzählung nicht: Die erste belegte Verwendung von Meerschaum als Pfeifenmaterial wird auf etwa 1723 datiert, also rund dreißig Jahre nach Pugets Tod.


Das Ende der Blütezeit kam mit einem Materialwechsel. Als sich Briarholz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als günstige und haltbare Alternative verbreitete, geriet die arbeitsintensive Schnitzerei ins Hintertreffen; dieser Wandel wird im Artikel Briar-Revolution behandelt. Zur Fortsetzung des Handwerks in Anatolien siehe den Artikel Eskişehir-Meerschaumschnitzerei.

Künye

Öne Çıkan Özellik:

Elde oyulmuş yüksek kabartma figürler, kehribar ağızlık

Başlıca Atölye Merkezleri:

Viyana, Budapeşte, Nürnberg, Paris, Londra, New York

Kaynağı:

Eskişehir ovası; ham yumru olarak Avrupa'ya ihraç edilirdi

Kullanım Alanı:

Pipo, puro ve sigara ağızlığı

Malzeme:

Lüle taşı (sepiyolit)

Parlak Dönem:

Yaklaşık 1850-1920 (yaygın kabul)

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel Eye Candy for the Tobacco Pipe Connoisseur. 19th–century meerschaum pipes in word-pictures

  2. Wikipedia — Artikel Sepiolite (Lagerstätten bei Eskişehir, Härte- und Dichteangaben, Abfolge Schaben-Trocknen-Wachsen-Polieren)

  3. Wikipedia — Artikel Meerschaum pipe (erste belegte Verwendung von Meerschaum als Pfeife, Wiener Werkstätten)

  4. Wikipedia — Artikel International Exhibition of 1862, Centennial Exposition, Exposition Universelle (1889) und World's Columbian Exposition (Ausstellungsjahre und -orte)

  5. Wikipedia — Artikel Pierre Puget (Lebensdaten)

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