Die Faribault-Pfeife: Ein Rätsel aus Pfeifenstein
Die figürliche Schnitzerei aus Pfeifenstein in der Sammlung der Minnesota Historical Society ist eines der seltenen Beispiele, bei denen der Schenkungsbrief nicht mit den Archivunterlagen übereinstimmt; sowohl der Schnitzer als auch das Herstellungsdatum sind umstritten.
Etiketler:
catlinite, figüratif pipo, minnesota, pipo tarihi
Güncelleme Tarihi:
26. Juli 2026
Die Faribault-Pfeife gilt als eine der detailliertesten figürlichen Catlinit-Schnitzereien in der Sammlung der Minnesota Historical Society. Sie stellt einen auf dem Rücken liegenden Mann mit in die Luft gestreckten Beinen dar: Rumpf, Kopf und Kopfbedeckung bilden den Pfeifenkopf, die Beine formen den zum Mundstück führenden Schaft. Sie passt weder in das Muster einer Friedenspfeife noch in das einer bekannten Zeremonienpfeife; wer sie geschaffen hat, wann sie entstand und wen sie darstellt, ist bis heute nicht geklärt.
Das Objekt selbst
Die Schnitzerei besteht aus einem einzigen Steinstück; von den Ellbogen bis zur Mundstückspitze misst sie 11,5 Zoll, etwa 29 Zentimeter. Der Rauchkanal wurde durch vier separate Bohrungen angelegt, wobei die von der Hüfte ausgehende Öffnung zweier kurzer Kanäle mit einem zahnradähnlichen Steinstopfen verschlossen wurde. Auf der Vorderseite des Mundstücks befindet sich eine mit gegossenem Blei ausgefüllte geometrische Verzierung, in der die Buchstaben "D.F." zu sehen sind.
Die Kleidung der Figur ist durchweg im europäisch-amerikanischen Schnitt gehalten. Die Stiefelsohlen wurden separat angesetzt, der Absatz ist erhöht; auf ihren Flächen sind eine Reihe abwechselnder Dreiecke sowie nach unten weisende gefiederte Pfeile eingeritzt. Der kurze, nach unten geneigte Schirm der Kopfbedeckung entspricht der von der US-Armee zwischen 1821 und 1851 verwendeten Form. Die Stickerei an den Außennähten von Jacke und Hose erinnert manchen Interpreten zufolge an die Durchstich- und Bindetechnik von Lederkleidung, anderen an Stachelschwein-Stachelstickerei; Manschetten, Taschenklappen und der kurze Gürtel am Rücken deuten dagegen auf einen Stoffanzug hin.
Die Schenkung und der Widerspruch im Brief
Die Pfeife gelangte 1904 durch eine Schenkung von Annie Rankin Adams, der Witwe von Rev. Moses N. Adams, in die Institution. Die Schenkerin sandte an Warren Upham, den damaligen Sekretär der Einrichtung, außerdem einen auf den 12. März datierten Brief. Diesem Brief zufolge waren die Familien, die nach dem Dakota-Aufstand von 1862 Sisseton verließen und sich in der Nähe von Flandreau niederließen, verarmt; Adams habe ihnen mit 6.000 Dollar aus Washington landwirtschaftliches Gerät beschafft, und die Familien hätten ihm im Gegenzug um 1863/64 die Pfeife geschenkt. In einer Fußnote des Briefes hieß es, die Buchstaben "D.F." gehörten dem Schnitzer David Faribault.
Das Dokument fehlte lange in der Registrierungsakte des Objekts; es tauchte erst 1984 bei der Durchsicht der Korrespondenzakten der Einrichtung auf. Als Jeffrey P. Tordoff 1989 jeden einzelnen Punkt des Briefes mit den Archivunterlagen abglich, zeigte sich, dass sämtliche überprüfbaren Angaben falsch waren. Die Siedler in Flandreau kamen nicht aus Sisseton, sondern 1869 aus dem Santee-Reservat in Nebraska. Das von Adams gesammelte Geld betrug nicht 6.000, sondern mindestens 10.000 Dollar; auch die Verteilung von Ochsen, Pflügen, Wagen und Handwerkzeug fand nicht 1863/64, sondern am 14. Juni 1873 statt. In den Unterlagen findet sich zudem nicht ein einziger David Faribault, sondern Vater und Sohn gleichen Namens.
Die Datierungsfrage
Tordoffs Argument stützt sich weniger auf Dokumente als auf die Figur selbst: Frisur und eng geschnittene Kleidung entsprechen eher der Mode um 1845 als der von 1873. Zu jenem Zeitpunkt war der Vater David Faribault achtundzwanzig Jahre alt; er stammte von Dakota- und französisch-kanadischen Vorfahren ab, war des Lesens und Schreibens kundig und bewegte sich geschäftlich an der Schwelle zweier Kulturen. Der Sohn David war dagegen erst sieben Jahre alt und scheidet damit sowohl als dargestellte Person als auch als Schnitzer aus. Andererseits hatte der Vater 1862 durch die Plünderung seines Hauses und 1868 durch einen zweiten Überfall seinen gesamten Besitz verloren; dass es 1873 der Sohn war, der die Pfeife besaß und sie Adams übergab, erscheint deshalb naheliegender. Tordoff selbst geht über eine informierte Vermutung nicht hinaus.
John C. Ewers, der sich mit der Bildhauerkunst der Plains-Indianer befasste, veröffentlichte ein Foto des Objekts 1986 in seinem Buch und bedauerte, dass der Schnitzer unbekannt blieb; Annie Adams' Brief war zu jener Zeit noch nicht aufgetaucht. Ewers verglich die Gesichtszüge der Figur mit denen von Moses Adams, während Tordoff außer der Breite der Wangenknochen keine Gemeinsamkeit erkennen konnte.
Warum ein Rätsel
Der Ursprung der Kontroverse liegt darin, dass das Objekt zwei Traditionen zugleich zugewandt ist. Während Material, die Verzierung an den Beinen und die Bleieinlage auf indigene Herstellung verweisen, gehören die dargestellte Person und ihre Kleidung der europäisch-amerikanischen Welt an. In der Plains-Region denkt man beim Stichwort Pfeifenstein zuerst an das Calumet und die zeremonielle Sprache, die sich darum bildete; hier hingegen steht ein bärtiger Weißer mit auffälligen Stiefeln. Bekannt ist auch, dass Pfeifenstein im selben Jahrhundert im gewerblichen Maßstab verarbeitet wurde: Von einer Ende der 1850er Jahre gegründeten, in Minnesota ansässigen Pelzhandelsgesellschaft ist laut einem 1866 übermittelten Bericht überliefert, dass sie in den beiden Vorjahren rund zweitausend Pfeifen fertigte und mit Gemeinschaften am oberen Missouri eintauschte. Die Faribault-Pfeife hebt sich durch ihre Verarbeitung von einer solchen Serienfertigung ab. Der einzige erhaltene Hinweis darauf, wie das Objekt in Adams' Hände gelangte, ist ein Eintrag über eine rote Pfeifensteinpfeife im 1878 erstellten Hausratsverzeichnis der Familie.
Künye
Damga:
Ağızlıktaki kurşun kakma bezeme içinde "D.F." harfleri
Ölçü:
Dirseklerden ağızlık ucuna 11,5 inç (yaklaşık 29 cm)
Bulunduğu Yer:
Minnesota Historical Society, St. Paul
Tarihlendirme:
Tartışmalı: 1840'lar ya da 1873
Malzeme:
Tek parça catlinite (kırmızı pipo taşı)
Koleksiyona Girişi:
1904, Annie Rankin Adams bağışı
İlgili Maddeler
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Damga ve İşaretler
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Kaynaklar
Pipedia — Artikel „In Pipestone. A puzzling pipe of improvisational ingenuity“
Jeffrey P. Tordoff — Conundrum in Catlinite: Exploring the History of a Masterpiece, Minnesota History, Band 51, Heft 8 (Winter 1989), S. 313-318
John C. Ewers — Plains Indian Sculpture: A Traditional Art from America's Heartland (Smithsonian Institution Press, 1986), S. 88
W. H. Holmes — Handbook of American Antiquities, Part I: The Lithic Industries (1919), S. 263
Wikipedia — Artikel „Catlinit“
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