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Gambier

Gambier ist eine Tonpfeifenmanufaktur, die zwischen 1780 und 1928 in der französischen Stadt Givet Tonpfeifen herstellte. Mit ihren als Porträts und Figuren geformten Köpfen gilt sie als die bekannteste Tonpfeifenmarke des neunzehnten Jahrhunderts.

Etiketler:

pipo markası, fransa, kil pipo, givet

Güncelleme Tarihi:

27. Juli 2026

Gambier ist eine Tonpfeifenmanufaktur, die zwischen 1780 und 1928 in der französischen Stadt Givet an der belgischen Grenze tätig war. Sie machte sich mit Pfeifen einen Namen, deren Kopf als bekanntes Gesicht oder als Figur geformt war, und galt während des gesamten neunzehnten Jahrhunderts als die in Frankreich verbreitetste Tonpfeifenmarke.

Vom Familienbetrieb zur Fabrik

Das 1780 vom aus Dieppe stammenden Jean Gambier gegründete Atelier stellte in den ersten Jahren Nachbildungen der langstieligen holländischen Pfeifen her, die damals dem Standard entsprachen. Sein Sohn Joseph Gambier, der 1817 die Leitung übernahm, nahm zwei Änderungen vor: Er kürzte den Stiel und fügte am Kopfhals abnehmbare Mundstücke hinzu, danach begann er, den Kopf wie ein Porträt zu formen. So entstanden die ersten Beispiele der Tradition, Porträts auf Pfeifen abzubilden, in industriellem Maßstab.

1835 kaufte Minervin Hasslauer das Atelier; im Jahr darauf erwarb er auch das Grundstück und Gebäude eines benachbarten Pfeifenmachers und vergrößerte damit die Kapazität. 1846 wurde in Paris, 1860 in London ein Verkaufsbüro eröffnet; das Londoner Büro bestand bis 1896. Die 1849 auf der Pariser Ausstellung gewonnene Goldmedaille und die 1867 erfolgte Übernahme der konkurrierenden Fabrik Blanc-Garin in Givet machten das Unternehmen zum größten Hersteller der Region: 1868 arbeiteten sechshundert Menschen in den Ateliers.

Ton, Form und Brand

Für die Wahl von Givet war die Nähe des aus der belgischen Region Andenne stammenden Tons namens "derle" entscheidend. Dieser graue, ölige Ton ließ sich leicht formen, kam weiß aus dem Ofen und zog aufgrund seiner porösen Struktur die Verbrennungsrückstände an. Leicht eingefärbt ließen sich auch Köpfe herstellen, die Meerschaum nachahmten.

Der Ton wurde zunächst wochenlang eingeweicht und ruhen gelassen; vor dem Einbringen in die Form wurde mit einem geölten Spieß entlang des Stiels ein Rauchkanal gebohrt. Der aus der Form genommene Kopf wurde bei niedriger Temperatur gebrannt; sollte er eingefärbt werden, wurde er mit einer Pigmentmischung bemalt und bei hoher Hitze emailliert. Die Verarbeitung der Formen war das unterscheidende Merkmal der Marke: Für teure Modelle wurden Formen aus Bronze, für gewöhnliche Modelle aus Gusseisen oder Aluminium innen ausgehöhlt hergestellt.

Figürliche Köpfe und Jacob

Zu den Formmotiven zählten politische und historische Porträts, Opernkünstler, mythologische Figuren, Tiere, Pflanzen und Ereignisse des Tagesgeschehens; die Zahl der Modelle wird auf über sechzehnhundert geschätzt. Im Katalog von 1868 finden sich auch Köpfe aus rotem Ton für die Tschibuk-Pfeife, die jedoch aus späteren Katalogen wieder verschwanden. Die Kataloge des Unternehmens gehören heute zu den meistuntersuchten historischen Pfeifenkatalogen.

Das meistverkaufte Modell ist Jacob, dessen Bart einen geeigneten Platz zum Halten des heißen Kopfes bot; den Aufzeichnungen zufolge wurden fast ein Dutzend Formvarianten hergestellt. Als sich Nachahmungen verbreiteten, ließ das Unternehmen auf manchen Formen über dem Turban den Hinweis "der echte Jacob bin ich" anbringen. Ein Gerichtsverfahren gegen die unbefugte Nutzung des Namens Gambier endete 1861 mit einem Urteil wegen unlauteren Wettbewerbs; das Urteil wurde von höheren Gerichten bestätigt und gilt als Präzedenzfall bei Streitigkeiten um Handelsnamen.

Niedergang und Auflösung

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 unterbrach die Produktion vorübergehend. In den folgenden Jahren ließen Nachahmungen, die Verbreitung der Zigarette und der Aufstieg der Bruyèrepfeife den Tonpfeifenmarkt rasch schrumpfen; die Beschäftigtenzahl sank 1875 auf 550, 1880 auf 410 und 1900 auf 216. Das Unternehmen wurde am 4. März 1908 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, ein Jahr später zählte die Belegschaft 102 Personen. Im Ersten Weltkrieg wurden die Ateliers während der Besetzung der Region Ardennes in ein Feldlazarett umgewandelt. Zu Beginn der 1920er Jahre wurde die Produktion zwar wieder aufgenommen, doch 1923 arbeiteten nur noch vierzig Menschen. Maison Gambier wurde 1928 aufgelöst; im Liquidationsinventar sind 1.250 Formen verzeichnet. Manche Quellen geben an, die Produktion sei faktisch bereits 1926 zu Ende gegangen.

Künye

İmza Ürünleri/yenilikleri:

Figürlü kil pipo hazneleri; Jacob modeli

Kuruluş:

1780, Givet

Bugünkü Durumu:

Üretimde değil; koleksiyon nesnesi

Ülke:

Fransa

Kurucu:

Jean Gambier

Kapanış:

1928 (tasfiye)

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel Gambier

  2. Wikipédia (Französisch) — Maison Gambier

  3. Wikipédia (Französisch) — Givet, Abschnitt Industriegeschichte

  4. gambierpipes.com — Familie Gambier und Pariser Zeit

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