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Pipo (1920 x 1080 piksel) (1536 x 634 piksel)VHMVM.png

Ungarische Kalmasche, 1850

Eine Mitte des 19. Jahrhunderts in Ungarn gefertigte Holzpfeife im Kalmasch-Kopf mit geschnitzter Darstellung der Landnahme durch Árpád, und der politische Hintergrund dahinter.

Etiketler:

macaristan, antika pipo, ahşap pipo, kalmasch

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Ungarische Kalmasche, 1850 ist ein Beispiel, das sich anhand einer einzigen antiken Pfeife eignet, um die ungarische Pfeifenmacherei der Mitte des 19. Jahrhunderts und das politische Klima jener Zeit zu lesen. Bei dem betreffenden Stück handelt es sich um eine aus Holz geschnitzte Pfeife im ungarischen Kopftyp namens Kalmasch, auf deren Kopfoberfläche eine Szene aus der frühen ungarischen Geschichte eingearbeitet ist.

Was ist eine Kalmasch?

In der Pfeifenliteratur gilt die Kalmasch als eine von drei charakteristischen Kopfformen, die sich in Ungarn früh etablierten; die anderen werden Debrecen und Rákóczy (Ragoczy) genannt. Der Kalmasch-Kopf erinnert in seiner Silhouette an einen Kessel oder eine umgestülpte Glocke; er sitzt an einem dünnen, langen Hals und ähnelt in seiner Nutzung der Tschibuk. Die meisten dieser Köpfe sind aus Holz geschnitzt; Exemplare aus Meerschaum sind seltener. Die Holzwahl entspricht auch der regionalen Schnitztradition; harte, feinmaserige einheimische Hölzer eignen sich, ebenso wie bei Nicht-Briar-Hölzern, gut für Reliefarbeiten.

Die Szene auf dem Kopf und ihre politische Bedeutung

Das Relief, das sich über die zylindrische Oberfläche des Kopfes zieht, stellt die Landnahme Árpáds im Karpatenbecken dar; der schmale Halsteil ist mit Blattmotiven verziert. Die Vorlage der Komposition ist eine dem ungarischen und siebenbürgischen Geschichtsbild gewidmete Druckserie des Wiener Malers und Illustrators Peter Johann Nepomuk Geiger (1805-1880). Der Schnitzer übertrug die Figurenanordnung der Lithografie auf die gewölbte Holzoberfläche.

Die Wahl dieses Themas ist im Ungarn der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht bloß eine Frage des dekorativen Geschmacks. Nachdem die Habsburger-Herrschaft den Unabhängigkeitskampf von 1848-1849 niedergeschlagen hatte, wurden Publikationen verboten, die für eine Trennung von Österreich eintraten; Darstellungen zur nationalen Vergangenheit blieben demgegenüber erlaubt. Szenen, die sich auf die Zeit von Álmos und Árpád, also die Erzählung der Landnahme, stützten, verbreiteten sich in dieser Freiraum. Darstellungen wie die Inbesitznahme des Landes oder der mit dem Blut der Stammesführer besiegelte Bund wurden vom damaligen Publikum als verhüllter Hinweis auf die alte Tradition der Adligen gelesen, ihren eigenen Herrscher selbst zu wählen. Auch die Pfeife steht damit am politischen Rand der Tradition Pfeifen mit Porträts und historischen Szenen.

Datierung und Silberdeckel

Die grafischen Originale, auf denen die Szene beruht, reichen bis in die 1840er Jahre zurück; die Pfeife selbst wurde jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach erst Ende der 1850er oder Anfang der 1860er Jahre geschnitzt. Diese Datierung stützt sich nicht auf einen gesicherten Beleg, sondern auf eine Schätzung anhand der Jahre, in denen das Bildmotiv im Umlauf war: Die 1854 in Pest gegründete illustrierte Wochenzeitschrift Vasárnapi Újság veröffentlichte die betreffenden Drucke erneut, wodurch die Komposition einem breiten Leserkreis zugänglich wurde.

Auf dem Silberdeckel des Kopfes finden sich der Überlieferung nach zwei Stempel: der Name „Bartsch“ sowie ein offizieller Feingehaltsstempel bestehend aus dem ungarischen Kreuz und der Zahl 13. Diese Stempel konnten mit keinem unabhängigen Silberschmiedeverzeichnis abgeglichen werden. Da im mitteleuropäischen Lotsystem reines Silber sechzehn Lot entspricht, entspricht dreizehn Lot einem Feingehalt von grob 810-820 Tausendstel. Deckelstempel gelten in der Sammlung antiker Pfeifen als eines der verlässlichsten Indizien zur Bestimmung von Datierung und Herkunft.

Künye

Tür:

Oymalı ahşap kalmasch pipo

Bugünkü Durumu:

Koleksiyon parçası

Ülke:

Macaristan (Habsburg İmparatorluğu)

Gümüş Damgası:

Kayda göre "Bartsch" adı ve Macar haçı ile 13 sayısı

Bezeme Konusu:

Árpád'ın yurt tutuşu; Geiger'in litografisinden uyarlama

Dönem:

19. yüzyıl ortası

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Eintrag Hungarian Kalmasche, 1850

  2. Wikipedia — Peter Johann Nepomuk Geiger (1805-1880)

  3. Wikipédia (Ungarisch) — Vasárnapi Újság (hetilap, 1854-1921)

  4. Silver Collection — Hallmarks of Austrian Silver 1781-1921

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