Selmecer (Schemnitzer) Pfeifen
Eine aus der osmanischen Çubuk-Pfeife hervorgegangene, farbig glasierte Tonpfeifentradition aus der im heutigen Slowakei gelegenen Bergbaustadt Selmecbánya.
Etiketler:
kil pipo, macaristan, tarih, çubuk
Güncelleme Tarihi:
26. Juli 2026
Selmecer Pfeifen ist die gemeinsame Bezeichnung für glasierte Tonpfeifen aus der berühmten Bergbaustadt Selmecbánya im Norden des Königreichs Ungarn. Die Stadt wird in deutschsprachigen Quellen Schemnitz genannt, in der heutigen Slowakei Banská Štiavnica; auch die Pfeifen begegnen uns je nach Sprache unter allen drei Namen. Mit der englischen Schule, die einem beim Stichwort europäische Tonpfeifenherstellung als Erstes einfällt, besteht keine Verwandtschaft; der Stammbaum der hiesigen Formen reicht nicht nach Westen, sondern nach Osten.
Die Form aus der osmanischen Lüle
Waren aus dem Westen ins nördliche Ungarn zu bringen war nicht einfach; da englische und holländische Pfeifen in der Region selten zu sehen waren, gelangte auch kein Vorbild in die Hände der örtlichen Meister. Das Vorbild lieferte der Osten: die über das Osmanische Reich nach Europa gelangte Çubuk (Chibouk)-Lüle. Besonders bestimmend war der Typ der in Buda tätigen Pfeifenmacher. Bei diesem Typ ist der Kopf zylindernah und relativ hoch, unten schließt er mit einem halbkugelförmigen Körper ab, der Hals ist kurz und geknickt; der Winkel, in dem der Hals an den Kopf anschließt, liegt bei etwa sechzig Grad. Zum entsprechenden Handwerk in Istanbul siehe den Artikel Tophane-Pfeifenmacherei.
Nachdem die Selmecer Meister dieses Grundgerüst übernommen hatten, setzten sie ihre eigene Handschrift an den Fuß der Lüle. Der Fuß wird viel dichter bearbeitet als der übrige Körper; das fächerartig aufgehende Muschel-Blatt-Ornament gilt als das unterscheidende Motiv dieser Schule. Das Motiv blieb nicht in Selmec, sondern prägte auch die Arbeit von Werkstätten in Österreich, Deutschland und Frankreich. Die Köpfe sind zudem oft in polygonale Flächen unterteilt und tragen das Zeichen des Herstellers.
Material und Farbe
Wegen ihrer glänzenden und transparent glasierten Oberflächen werden Selmecer Lülen in alten Quellen oft als „harter Stein" oder Steinzeug bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um gebrannten Ton: Für Haltbarkeit wird weißer Ton, für Glanz roter Ton beigemischt. Verbreitete Farben sind Dunkelrot, Ziegelrot, Braun und Schwarz; seltener sind auch geäderte oder gesprenkelte grüne und blaue Exemplare bekannt. Zum allgemeinen Materialrahmen siehe den Artikel Tonpfeife.
Auf der Vorderseite vieler Exemplare findet sich das Siegel der Stadt. Die zwei Eidechsen im Siegel sowie die Bergbaugeräte stammen aus dem Stadtwappen. Einer örtlichen Legende zufolge führten zwei Eidechsen, eine golden und die andere silbern schimmernd, einen Hirten zu dem Ort, an dem der Reichtum verborgen lag, und so soll auch der Bergbau der Stadt begonnen haben.
Aufstieg und Erlöschen
Man geht davon aus, dass die Bevölkerung der Region das Pfeifenrauchen in den Jahren nach 1663 kennenlernte, als die zur Verteidigung Wiens aufgestellten Heere durch das nördliche Ungarn zogen; auch der Beginn der Pfeifenherstellung in Selmec wird anhand der Formmerkmale auf diese Zeit datiert. Zu einer wirklich organisierten Produktion kam es erst am Anfang des 18. Jahrhunderts. In einer einzigen Quelle werden Benjamin Annert und F. Netter als zwei Namen dieser frühen Phase genannt; unabhängig belegt sind sie nicht. Für das 19. Jahrhundert ist die Lage klarer: In der Stadt wurden fast zwanzig Werkstätten ermittelt, und Meister wie S. Boscovitz, Anton Partsch, Jacob Reinitz, S. Seiler und Károly Zachar sind durch ihre Stempel bekannt. Die Stempelpflicht geht auf eine Verordnung der habsburgischen Verwaltung vom Anfang des Jahrhunderts zurück.
Der Höhepunkt liegt im 19. Jahrhundert, und die Politik hatte an diesem Höhepunkt großen Anteil. Nachdem die Unabhängigkeitsbewegung von 1848 niedergeschlagen worden war, ging Lajos Kossuth ins Exil, wurde zunächst auf osmanischem Gebiet aufgenommen und bereiste 1851-1852 anschließend Amerika von einem Ende zum anderen. Überall, wo er hinkam, wurde auch die Selmecer Lüle bekannt; die Pfeife kam zunächst im Osmanischen Reich, dann in Norditalien und schließlich in Amerika in Mode. Diese Welle hielt nicht lange an: Gegen Ende des Jahrhunderts zog sich der Markt wieder auf lokales Maß zurück, die Werkstätten schlossen eine nach der anderen, und die Formen sammelten sich in den Händen weniger Hersteller. Berichten zufolge konnte der letzte Hersteller bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durchhalten. Heute werden Selmecer Lülen nur noch in Museen und Sammlungen als Zeugnis dafür betrachtet, dass sie mit der Çubuk-Kultur im Osmanischen Reich einer gemeinsamen Wurzel entstammen.
Künye
İmza Özellik:
Yüksek çokgen kâse, zengin işlenmiş taban, kent mührü
Kuruluş:
17. yüzyıl sonu; asıl gelişme 18. yüzyıl başı
Bugünkü Durumu:
Üretim sona erdi; koleksiyon konusu
Ülke:
Macaristan Krallığı (bugün Slovakya)
Merkez:
Selmecbánya / Schemnitz / Banská Štiavnica
Malzeme:
Beyaz ve kırmızı kil karışımı, saydam sırlı
İlgili Maddeler
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Damga ve İşaretler
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Kaynaklar
Pipedia — Artikel Selmec
Ferenc Lévárdy, Our Pipe Smoking Forebears
Al Pascià — Geschichtstext über Schemnitzer Pfeifen
1911 Encyclopædia Britannica — Artikel Selmeczbánya
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