Ser Jacopo
Italienische Werkstatt für handgefertigte Pfeifen, die Giancarlo Guidi Anfang der 1980er Jahre in Pesaro gründete, nachdem er Mastro de Paja verlassen hatte. Bekannt für die mit Edelsteinen und Metallringen veredelte Gem-Serie sowie die jährlich in begrenzter Stückzahl erscheinenden Domina-Modelle.
Etiketler:
pipo markası, italya, pesaro, el yapımı
Güncelleme Tarihi:
27. Juli 2026
Ser Jacopo, mit vollem Namen Ser Jacopo dalla Gemma, ist eine Werkstatt für handgefertigte Pfeifen, die in der italienischen Adriastadt Pesaro tätig ist. Gründer Giancarlo Guidi rief die Marke ins Leben, nachdem er seine langjährige Partnerschaft bei Mastro de Paja beendet hatte. Die Werkstatt ist für ihre Veredelungsart bekannt, bei der der Pfeifenkopf mit Edelmetall, Horn, exotischem Holz und Steinringen kombiniert wird.
Gründung und Name
Guidis Partnerschaft bei Mastro de Paja endete 1981, und seine eigene Marke entstand unmittelbar danach. Als Gründungsjahr wird in den Quellen 1982 genannt; in manchen Aufzeichnungen wird der Beginn der Geschäftstätigkeit auf 1983 datiert. In den ersten Jahren stand Guidi noch Bruto Sordini zur Seite, den er aus der vorherigen Werkstatt kannte; der Überlieferung nach trennte sich Sordini 1988 und begann, unter eigenem Namen zu arbeiten. Der Markenname soll auf einen italienischen Adligen zurückgehen; den Aufzeichnungen zufolge wurde der auf einem Renaissanceporträt vorkommende Name „Jacopone" verkürzt übernommen. Guidi und Sordini gelten als Teil jener Generation, die Pesaro zu einem der Zentren des italienischen Kunsthandwerks für Pfeifen machte.
Veredelung und Stufen
Bei Ser-Jacopo-Pfeifen wird die Oberflächenbehandlung durch einen Code aus Buchstaben und Zahlen angegeben.
Code |
Bedeutung |
|---|---|
R1, R2 |
Rustikal; dunkelbraun/pflaumenfarben und hellbraun |
S, S1, S2, S3 |
Sandgestrahlt; schwarz, dunkelbraun, hellbraun, tanshell |
L |
Glatter Kopf, rot, meist mit Silberring |
L1, L2 |
Glatter Kopf; Flammenmaserung und gerade Maserung |
L3 |
Obere Stufe mit gerader Maserung, aus der Produktion genommen |
Große Köpfe tragen den Stempel „Maxima", die größten „Maxima Maxima". Am unteren Ende des Katalogs stehen die Serien Geppetto und La Fuma Finché Tira, die Zweitklasse-Gruppe aus fehlerhaften Köpfen erscheint unter dem Namen Modica. An der Spitze der Stufenleiter steht die Gem-Serie: Ins Mundstück wird eine Fassung aus 18-karätigem Gold eingelassen, in die der namensgebende Stein der jeweiligen Stufe eingesetzt wird. Die Reihenfolge von unten nach oben lautet Smeraldo (Smaragd), Granato (Granat), Zaffiro (Saphir), Rubino (Rubin) und Brillante (Brillant).
Thematische und limitierte Serien
Der Name der Serie Picta stammt unmittelbar aus der Malerei: Vorbild sind Pfeifen, die auf Gemälden von Van Gogh, Magritte, Picasso und Miró zu sehen sind. Unter den thematischen Arbeiten der Werkstatt ist diese Serie die bekannteste. Seit 1996 erscheint zudem jedes Jahr die auf 333 Exemplare limitierte Domina, gewissermaßen die „Pfeife des Jahres".
Die Serie Historica, die Guidis alte Entwürfe in zeitgenössischer Interpretation neu aufgreift, begann 2009. Erstes Mitglied der Reihe war Delecta, in den folgenden Jahren kamen Namen wie Nauta, Senecta, Calabash, Captain Warren, Pulchra und Cymatium hinzu. Dazwischen erschienen auch nummerierte Editionen, die Firmenjubiläen markieren.
Stempel und Datierung
Der Kopfstempel besteht aus vier Zeilen: Ser Jacopo, Fatta A Mano, In Italia, Per Aspera Ad Astra. Die zweite Zeile weist darauf hin, dass das Produkt handgefertigt ist. Der lateinische Ausdruck in der vierten Zeile ist der Wahlspruch der Werkstatt und wird sinngemäß mit „durch Mühen zu den Sternen" übersetzt.
Da der Stempel keinen Jahrescode enthält, hilft bei der Datierung die Markierung am Mundstück. Bei Pfeifen aus den Jahren 1983 bis 1997 ist dies ein kleiner Punkt aus roter Koralle; bei manchen Exemplaren ist zusätzlich ein dünner silberner Ring um den Punkt zu erkennen. Der Korallenpunkt wurde später aufgegeben und durch ein silbernes „J" ersetzt.
Nach Guidi
Giancarlo Guidi starb am 6. August 2012. Die Leitung der Werkstatt ging an Maurizio Fraternale über, den er zunächst als Materiallieferanten kennengelernt hatte und der später sein Partner wurde. Die Werkstatt setzt ihre Produktion in Pesaro mit einem kleinen Team, das Wurzelholz (Briar) verarbeitet, fort und bringt neue Modelle heraus, die sich an der Formsprache des Gründers orientieren.
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