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Wiener Kaffeehauspfeife

Eine im 19. Jahrhundert in Wiener Kaffeehäusern an Gäste verliehene Pfeifenart mit sechsseitigem weißem Tonkopf und langem Kirschholzschaft, gefertigt aus Mischmaterial.

Etiketler:

kil pipo, viyana, 19. yüzyıl, kahvehane

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Wiener Kaffeehauspfeife ist nicht die Marke eines Herstellers, sondern der Name eines im Wien des 19. Jahrhunderts bekannt gewordenen Pfeifentyps. Ihren Namen erhielt sie, weil sie den Gästen in Kaffeehäusern gereicht wurde. Sie unterscheidet sich von den in einem Stück gegossenen klassischen Tonpfeifen: Hier besteht nur der Kopf aus Ton, der Schaft aus Holz und das Mundstück meist aus Horn. Dieser zerlegbare, aus drei Materialien zusammengesetzte Aufbau bestimmt sowohl das Erscheinungsbild als auch die Gebrauchsweise des Typs.

Aufbau und Erscheinungsbild

Der Kopf wird aus Pfeifenton hergestellt, der beim Brennen weiß wird, und bleibt unglasiert. Mit seinem hohen, schlanken, sechsseitigen Körper ist er schon aus der Ferne erkennbar; dies ist das Hauptmerkmal, an dem Sammler den Typ unterscheiden. Da sich die Tonoberfläche gut für Verzierungen eignet, sind die meisten Köpfe verziert. Bei den Verzierungen finden sich Blumen- und Vasenmotive, spiralförmige Pflanzenlinien, geometrische Reihen, in manchen Exemplaren auch menschliche Figuren.

Der Schaft ist ungewöhnlich lang und wird aus Kirsch- oder Weichselholz gefertigt. Die Länge hilft dem Rauch, sich abzukühlen, bevor er den Mund erreicht; außerdem macht sie die Pfeife für das Rauchen im Sitzen und nicht im Stehen geeignet. Dass am Mundstück Horn bevorzugt wurde, ist für das 19. Jahrhundert üblich; ein Vergleich der Materialien findet sich im Artikel Mundstückmaterialien.

Herstellungsort

Diese für den österreichisch-ungarischen Markt bestimmten Köpfe wurden nicht in Wien, sondern in Deutschland hergestellt, in der südöstlich von Köln gelegenen Region Westerwald. Die Region war seit Jahrhunderten ein Zentrum, in dem sich Tonpfeifenwerkstätten sammelten, und die dortige Produktion hielt bis weit ins 20. Jahrhundert an. Um die Rohstoffversorgung für die Schäfte zu sichern, wurde den Aufzeichnungen zufolge südlich von Wien, im niederösterreichischen Theresienfeld, Kirschbaumanbau betrieben.

Der Platz im Kaffeehaus

Ein Teil der Wiener Kaffeehäuser hatte gegen Ende des 18. Jahrhunderts eigene Räume für Raucher eingerichtet. Dort war die Pfeife eine vom Betrieb angebotene Dienstleistung: Der Gast bezahlte nur den Gegenwert des Tabaks und durfte die Pfeife für die Dauer einer Füllung entweder unentgeltlich oder gegen eine kleine Gebühr benutzen. Nach Ende des Rauchens wurde die Pfeife in ihre Teile zerlegt, vom Kaffeehauspersonal gereinigt und dem nächsten Gast gereicht. Aus Hygienegründen soll das Mundstück jedes Mal erneuert worden sein, wozu meist ein einfaches Stück Gänsefeder angebracht wurde; diese Einzelheit stützt sich jedoch nur auf Überlieferung.

Die Leihpfeife war nicht auf Wien beschränkt; auch in England wurden in den sogenannten Tabagien Tonpfeifen gegen eine kleine Gebühr ausgegeben. In Wien war das nach seinem Silberservice Silbernes Kaffeehaus genannte, bis 1855 bestehende Kaffeehaus der Familie Neuner eines der bekanntesten Beispiele dieses Umfelds; Nikolaus Lenau und Franz Grillparzer zählten zu seinen Stammgästen. Es wird erzählt, dass die beiden Schriftsteller dort geliehene Pfeifen rauchten, doch diese Einzelheit ist nicht durch unabhängige Aufzeichnungen bestätigt. Diese Verbindung von Kaffeehaus und Pfeife gehört innerhalb der Weltgeschichte der Pfeife zu den wenigen Beispielen, die sich an eine einzige Stadt binden lassen.

Das Ende des Typs

Mit dem Erlöschen der Sitte der Leihpfeife geriet auch der Typ in Vergessenheit; die zur selben Zeit einsetzende Verbreitung der Bruyèreholz-(Briar-)Pfeifen dürfte es erleichtert haben, dass der wenig haltbare Tonkopf verdrängt wurde. Heute begegnen uns diese Pfeifen als Museums- und Sammlerstücke; in der Wiener Tabaksammlung von JTI/Austria Tabak finden sich auf das 19. Jahrhundert datierte Exemplare. Da sie keine Markenstempel tragen und sich meist nicht feststellen lässt, aus welcher Werkstatt sie stammen, gelten sie als typisches Beispiel für Herstellungstraditionen unbekannter Herkunft.

Künye

Tür:

Karma yapılı kil pipo (lüle + ahşap sap + boynuz ağızlık)

Ayırt Edici Özellik:

Altı yüzlü, uzun ve ince beyaz kil lüle

Sap Malzemesi:

Kiraz veya vişne ağacı

Coğrafya:

Viyana ve Avusturya-Macaristan pazarı

Dönem:

18. yüzyıl sonu – 20. yüzyıl başı

Üretim Yeri:

Westerwald (Almanya) atölyeleri

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel Wiener Kaffeehauspfeife

  2. Stadtarchäologie Wien — «Aus der Wundertüte: Wiener Kaffeehauspfeifen»

  3. Die Welt der Habsburger — Wiener Kaffeehauspfeife, 19. Jahrhundert (Sammlung JTI/Austria Tabak)

  4. Wien Geschichte Wiki — Artikel Silbernes Kaffeehaus (Neuner)

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