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Çubuk (Chibouk)

Die traditionelle langstielige Pfeife der osmanischen Welt, die bis zu anderthalb Meter erreichen konnte; bekannt für ihren dreiteiligen Aufbau aus Tonkopf, Holzstiel und Bernsteinmundstück.

Etiketler:

çubuk, chibouk, osmanlı, pipo şekilleri

Güncelleme Tarihi:

13. Juli 2026

Çubuk (in westlichen Sprachen chibouk oder tchibouque) ist die traditionelle langstielige Pfeife der osmanischen Welt, deren Länge einen Meter überschreiten und bis zu anderthalb Meter erreichen konnte. Die Herkunft des Namens ist umstritten: Manche Quellen führen das Wort auf das persische çûbek (kleiner Stab) zurück, andere etymologische Wörterbücher auf die alttürkische Wurzel çıbık (dünner Zweig); in jedem Fall gelangte das Wort vom Türkischen in die Balkansprachen und in westliche Sprachen. Nach der Ankunft des Tabaks im osmanischen Reich verbreitete sich der Çubuk im 17. Jahrhundert und war über zwei Jahrhunderte lang Teil des Alltagslebens in einem weiten Gebiet von den Balkanen bis nach Persien. Dieser Artikel behandelt den Çubuk als Gegenstand; die Bewirtungs- und Empfangsbräuche, die sich um ihn entwickelten, werden im Artikel Çubuk-Kultur im Osmanischen Reich beschrieben.


Aufbau und Teile


Im Gegensatz zu modernen, aus einem Stück geschnitzten Pfeifen besteht der Çubuk aus der Verbindung dreier getrennter Teile:

  • Lüle: Das gebrannte Tongefäß, in das der Tabak gefüllt wird. Es wird auf das Ende des Stiels gesteckt und kann bei Abnutzung oder Bruch allein ausgetauscht werden.

  • Sap (Stiel): Der lange, aus Jasmin-, Kirsch- oder Rosenholz gefertigte Schaft, der der Pfeife ihren Namen gibt. Der Rauch kühlt beim Durchgang durch diesen langen Kanal ab.

  • İmame: Das an die Lippen kommende Mundstück (stem); meist aus Bernstein gefertigt.

Dieses Dreiergefüge gilt als das osmanische Gegenstück zur heutigen Pfeifenanatomie mit ihrer Anordnung aus Kopf, Hals und Mundstück; die Tatsache, dass die Wörter „lüle“ und „imame“ noch heute in der türkischen Pfeifenterminologie leben, geht auf den Çubuk zurück. Bei prunkvollen Exemplaren ist bekannt, dass das Bernsteinmundstück mit Edelsteinen besetzt und der Stiel mit Silberdraht umwickelt wurde; Länge und Verzierung des Çubuk galten als Zeichen des gesellschaftlichen Ranges seines Besitzers.


Lüle und Tophane-Handwerkskunst


Das charakteristischste Teil des Çubuk, die Lüle, wurde aus rotem Ton in einer Form geformt und von Hand nachbearbeitet. Damit unterscheidet sie sich von den einteiligen weißen Tonpfeifen Europas sowohl in der Farbe als auch darin, dass sie unabhängig vom Schaft gestaltet ist. Das Zentrum der Lüle-Produktion war in Istanbul das Viertel Tophane; vergoldete, mit Silber tauschierte Tophane-Lüleköpfe gelten als markenbildende Produkte des osmanischen Kunsthandwerks und werden heute in Museumssammlungen und Auktionskatalogen als „osmanischer Çubuk mit Tophane-Lülekopf“ bezeichnet.


Verhältnis zu westlichen Pfeifen und Niedergang


Zwischen der europäischen langstieligen Churchwarden-Tradition und dem Çubuk wird häufig eine formale Parallele gezogen; manche Quellen halten fest, dass sich dieses langstielige Design ab dem 17. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss in Europa verbreitete, doch Richtung und Ausmaß dieser Wechselwirkung sind nicht eindeutig belegt. Das entscheidende Merkmal, das den Çubuk von ähnlichen Pfeifen unterscheidet, ist struktureller Natur: Der Kopf ist ein separates, austauschbares Tonstück, wodurch derselbe Stiel jahrzehntelang mit verschiedenen Köpfen genutzt werden konnte.


  1. Mit dem Aufstieg der Zigarette und der Wasserpfeife gegen Ende des Jahrhunderts ging die Nutzung des Çubuk rasch zurück; auch die Lüle-Herstellung in Tophane erlosch Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute existiert der Çubuk weniger als funktionale Pfeife denn als historisches Kunsthandwerksobjekt und schlägt mit den Wörtern, die er in die türkische Pfeifenterminologie eingebracht hat, eine Brücke zwischen der modernen Pfeife und der osmanischen Tradition.

Künye

Ayırt Edici Özellik:

1-1,5 metreye varan sap ve ayrı kil lüle

Parçalar:

Lüle (kil), sap (ahşap), imame (kehribar)

Köken:

Osmanlı coğrafyası

Lüle Üretim Merkezi:

Tophane, İstanbul

Dönem:

17.-19. yüzyıl

Aile:

Düz (uzun saplı)

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Kaynaklar

  1. Wikipedia — Artikel Chibouk

  2. Academia.edu — 19th Century Clay Chibouks Made in Tophane

  3. Sotheby's — Auktionskatalog Arts of the Islamic World (2017), Los mit Çubuk und Tophane-Lülekopf

  4. Rebornpipes — Chibouk Pipes from the Ottoman Style

  5. Wikipedia — Artikel Churchwarden pipe

  6. Wiktionary — Artikel çubuk (Etymologie)

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