Französische Art-déco-Pfeifen mit Kugelkammer
Im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts in Pariser Werkstätten hergestellte kleine Pfeifen mit einer zerlegbaren Silber- oder Goldkugel in der Mitte. Die in die Kugel gelegte Watte ist ein früher Filterversuch.
Etiketler:
pipo tarihi, fransa, filtre, art deco
Güncelleme Tarihi:
26. Juli 2026
Französische Art-déco-Pfeifen mit Kugelkammer sind ein kleines Pfeifenensemble, das im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts in Werkstätten rund um Paris hergestellt wurde und in keines der etablierten Formsysteme wirklich passt. Die gemeinsame Beschreibung lautet: ein schlanker, zwölf bis dreizehn Zentimeter langer Korpus, an einem Ende ein Bruyèreholz-Kopf, am anderen Ende ein gelbes Bernstein-Mundstück, genau in der Mitte eine Silber- oder Goldkugel. Die Kugel ist kein Schmuckstück; wird ihr Schraubdeckel gelöst, öffnet sich eine kleine Kammer, die die Pfeife in zwei Teile trennt.
Pariser Werkstätten und Epoche
Alle Firmen, die diese Bauweise in Aufzeichnungen festgehalten haben, sind französischen Ursprungs. Lancel wurde 1876 von Angèle und Alphonse Lancel in Paris als kleiner Laden gegründet, der Pfeifen und Raucherzubehör verkaufte; auch wenn das Unternehmen sein Schwergewicht nach den 1880er Jahren auf Lederwaren verlagerte, werden die mit "A. Lancel" signierten, an der Adresse Boulevard Montmartre verkauften Stücke mit Kugelkammer auf die 1910er und 1920er Jahre datiert. Sommer Frères, den Aufzeichnungen zufolge in den 1860er Jahren gegründet, war eine weitere Pariser Firma, die sowohl Fabrik als auch Verkaufsgeschäft betrieb; ein auf etwa 1925 datiertes Exemplar derselben Bauweise wird unter diesem Namen geführt. Auch mit GBD gestempelte ähnliche Stücke sind bekannt. Die Kugelbauweise blieb nicht auf Pfeifen beschränkt, sondern wurde auch bei Zigarettenspitzen der Zeit angewandt. Ein Teil der Stücke ist mit der zugehörigen Schachtel erhalten, deren Innenfutter eine Prägung des Herstellers oder Verkäufers trägt; bei einem überlieferten Exemplar verweist diese Prägung auf eine Adresse in der 1800 eröffneten Passage des Panoramas, der ältesten überdachten Passage von Paris. Auch der Stilname fügt sich in diesen Rahmen: "Art déco" leitet sich von der 1925 in Paris veranstalteten Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes ab; als Epochenbezeichnung setzte sich der Begriff jedoch erst in den 1960er Jahren durch.
Die Watte in der Kugel
Öffnet man die Kugel, kommt eine Wattebausch zum Vorschein; Auktionsbeschreibungen und Sammlernotizen verzeichnen diese Bauweise als Wattefilter. Die Kammer liegt auf dem Weg des Rauches und hält sowohl kondensierende Feuchtigkeit zurück als auch dient sie als einfacher Filtersitz. Der Gedanke selbst war für die Epoche nicht neu. Das US-Patent Nr. 219.571 des Vermonters Frank Ellery von 1879 schlägt vor, die Kammer aus zwei ineinandersteckenden Teilen zu fertigen und den dazwischenliegenden Ringraum mit einer porösen Füllung wie Werg, Docht oder Watte zu füllen, mit dem Ziel, zu verhindern, dass kondensierende Flüssigkeit den Stielanschluss erreicht. Im US-Patent Nr. 501.808 des Albrecht Reuss aus Cannstatt von 1893 übernimmt denselben Zweck ein unter dem Deckel am Stielende eingeklemmter Wattepfropfen. Aus denselben Jahren gibt es auch in britischen Patentabrissen Aufzeichnungen über Tabakpfeifen, die mit saugfähigen Füllungen aus Watte, Kohle und Ähnlichem arbeiten. Die französischen Exemplare können als die in Goldschmiedearbeit umgesetzte Fassung dieser Suche gelten; die industrialisierte Antwort auf das Problem sind die sich Mitte des Jahrhunderts verbreitenden 9-mm-Filter sowie Balsa- und Kohlestäbe. Zum Gesamtthema siehe den Artikel Pfeifenfilter und -systeme.
Eine unbenannte Form
Zu welcher Familie diese Stücke gehören, ist bis heute unklar, denn es gibt mehrere Kriterien, und keines passt ganz. Nach dem Längenkriterium kämen die von Slang-Wörterbüchern des neunzehnten Jahrhunderts als "nose warmer" bezeichneten, mit den Zähnen gehaltenen sehr kurzen Pfeifen in Frage; jene Bezeichnung ist jedoch eher an Tonexemplare und den Gebrauch durch Arbeiter gebunden. Das Kriterium des Taschentragens ruft die Namen "Operapfeife" und "Westentaschenpfeife" hervor: bei ersterer sind die Seiten des Korpus abgeflacht, damit sie in die Jackentasche passen, bei letzterer ist der Kopf oval belassen; bei den Exemplaren mit Kugelkammer hingegen ist der Korpus nicht abgeflacht und der Kopf rund belassen. Das dritte Kriterium, die Definition der Ziererpfeife ("novelty"), umfasst Gegenstände, die nicht zum Rauchen, sondern zum Betrachten gemacht wurden; die hier behandelten Pfeifen sind hingegen funktionsfähige Gebrauchsgegenstände. Es bleibt die beschreibende Benennung: In Auktionskatalogen werden sie heute anhand ihrer Materialien und Teile aufgezählt und benannt. Ein Beleg dafür, dass die Form im Französischen der Epoche eine offizielle Entsprechung besaß, ist nicht aufgetaucht. Zu den Grenzen des etablierten Benennungssystems bietet der Artikel klassische Pfeifenformen einen Vergleich.
Künye
Malzeme Düzeni:
Lüle taşı hazne, gümüş veya altın bilye, amber ağızlık
Ayırt Edici Özellik:
Ortada, sökülüp içine pamuk konan bilye biçimli oda
Adlandırma:
Yerleşik bir Fransızca karşılığı kayıtlara geçmemiştir
Coğrafya:
Paris ve çevresindeki Fransız atölyeleri
Dönem:
1910'lar–1920'ler (Art Deco dönemi)
Kayıtlarda Geçen Üreticiler:
Lancel, Sommer Frères, GBD
İlgili Maddeler
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Damga ve İşaretler
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Add a Title
Kaynaklar
Pipedia — Artikel „What is it? Pandora's (pipe) box is now open!“
US-Patent- und Markenamt — US 219.571, „Improvement in Smoking-Pipes“, Frank Ellery, 1879 (Google-Patents-Fassung)
US-Patent- und Markenamt — US 501.808, „Tobacco-Pipe“, Albrecht Reuss, 1893 (Google-Patents-Fassung)
Wikipedia (Englisch) — Artikel Lancel (company)
Wikipedia (Englisch) — Artikel Passage des Panoramas
Wikipedia (Englisch) — Artikel Art Deco
%20(1536%20x%20634%20piksel)VHMVM.png)