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Meerschaum-Schnitzkunst von Eskişehir

Die handwerkliche Tradition in Eskişehir, Meerschaum-Rohblöcke in Pfeifen und figürliche Kunstwerke zu verwandeln; die Geschichte des Handwerks von den ersten Werkstätten über das Exportverbot für Rohstein bis zur Meisterschaftskette und der geschützten geografischen Angabe.

Etiketler:

lüle taşı, eskişehir, el sanatı, oymacılık

Güncelleme Tarihi:

13. Juli 2026

Die Meerschaum-Schnitzkunst von Eskişehir ist die handwerkliche Tradition, in Eskişehir – der wichtigsten Quelle des für die Pfeifenherstellung geeigneten Meerschaum-Blocks – diesen Stein in Pfeifen und figürliche Kunstwerke zu verwandeln. Das Handwerk, das den weichen Stein mit der Feinheit einer Reliefarbeit bearbeitet, besteht seit den 1920er Jahren, als die ersten Werkstätten eröffneten, bis heute; es schlug durch das Exportverbot für Rohstein in der Stadt Wurzeln und erhielt schließlich den Schutz einer geografischen Angabe.

Von den Wiener Werkstätten nach Eskişehir

In der osmanischen Zeit war Meerschaum ein bedeutender Exportartikel; allerdings wurde der Stein größtenteils im Rohzustand verkauft, während die Verarbeitung in Wiener und Budapester Werkstätten erfolgte. Daher wurde der Stein in Europa zeitweise auch "Wiener Stein" genannt. Im Gegensatz zur tief verwurzelten Geschichte der Tophane-Pfeifenherstellung, die rote Tonpfeifen fertigte, entwickelte sich die Herstellung fertiger Pfeifen in Eskişehir erst im 20. Jahrhundert. Aufzeichnungen zufolge eröffnete Ali Osman Denizköpüğü (1897–1961) Mitte der 1920er Jahre die erste Pfeifenwerkstatt der Stadt; er stellte Meerschaum auf in- und ausländischen Messen vor und bildete zahlreiche Meister aus. Der eigentliche Wendepunkt war jedoch das 1972 verhängte Exportverbot für rohen Meerschaum: Da unbearbeiteter Stein nicht mehr ins Ausland gelangen konnte, entwickelte sich die Schnitzkunst in Eskişehir zu einem eigenständigen Berufszweig, während die Herstellung von Meerschaum-Blockpfeifen in Europa faktisch endete.

Die Eskişehir-Schule und ihre Meister

Das Kennzeichen der Eskişehir-Schule ist die figürliche Schnitzerei: Sultansköpfe, mythologische Szenen, Tierfiguren. Meisterschaft wird hier nicht wie in der Tradition der Heidewurzel (Briar) an Form- und Linienreinheit gemessen, sondern an der Relief- und Bildhauerarbeit; darin unterscheidet sich die Tradition vom westlichen Verständnis der Kunsthandwerks-Pfeife. İsmail Özel, genannt "The Artist", gilt als einer der größten Meerschaum-Schnitzer des 20. Jahrhunderts und als Symbolfigur der Schule: In den 1970er Jahren spezialisierte er sich in seinem Laden in Eskişehir auf große figürliche Arbeiten, schnitzte Erzählungen zufolge museumsreife Stücke für amerikanische Sammler und führte Schnitzvorführungen vor Publikum vor. Heute wird die Zahl der aktiv tätigen Meister in der Stadt auf rund 60 geschätzt; İsmail Bağlan, Said Altınay und Muhsin Erdoğan gehören zu den bekannten Namen der zeitgenössischen Generation.

Vom Schacht zum Bienenwachs: der Prozess des Handwerks

Der Stein wird in Dörfern wie Beyazaltın (früher Sepetçi), Sarısu und Söğütçük durch Schacht- und Stollenbergbau in Knollenform aus mehreren Metern Tiefe gefördert. Da er im feuchten Zustand, wie er aus dem Schacht kommt, leicht zu schnitzen ist, bearbeiten die Meister den Stein bevorzugt, bevor er trocknet. Die traditionelle Herstellung durchläuft Stufen, die als Grobbearbeitung, Vorformen, Polieren und Erhitzen bezeichnet werden; die fertige Pfeife wird zum Abschluss in ein Bienenwachsbad getaucht und poliert. Diese Politur ermöglicht die beliebteste Eigenschaft des Steins: Beim Rauchen "verfärbt" sich die Pfeife durch den aufgenommenen Teer von Weiß über Goldgelb bis hin zu Bernstein- und Rotbrauntönen; diese Verfärbung gilt unter Sammlern als wichtiges Wertmerkmal.

Geografische Angabe und Museum

"Eskişehir Lüle Taşı" (Eskişehir-Meerschaum) ist beim türkischen Patent- und Markenamt unter der Registrierungsnummer 26 als Ursprungsbezeichnung geschützt und gilt als eine der ersten türkischen geografischen Angaben im Bergbaubereich. Das Gedächtnis des Handwerks wird in Odunpazarı bewahrt: Das 2008 im Kurşunlu-Külliye eröffnete Meerschaum-Museum ist das weltweit erste seiner Art und beherbergt rund 400 Werke von etwa 60 Künstlern. Die Gemeinde Odunpazarı bemüht sich seit 2018 zudem mit einem eigenen Festival, das Handwerk neuen Generationen näherzubringen.

Künye

Tür:

El sanatı geleneği

İlk Atölye:

Ali Osman Denizköpüğü, 1920'ler

Müze:

Lületaşı Müzesi, Odunpazarı (2008)

Coğrafya:

Eskişehir (Odunpazarı ve çevre köyler)

Coğrafi İşaret:

Menşe adı, tescil no 26

Dönüm Noktası:

Ham lüle taşı ihracat yasağı (1972)

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Kaynaklar

  1. Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Eskişehir — Broschüre zum Meerschaum

  2. M. Şinasi Acar — Die Geschichte des Meerschaums vom Osmanischen Reich bis zur Republik (Verlag der Handelskammer Eskişehir)

  3. Kulturinventar Eskişehir — Meerschaum-Verarbeitung

  4. DergiPark — Eskişehirs historisches Bodenschatz: Meerschaum-Typ Sepiolith (Artikel)

  5. Kulturportal — Eskişehir-Meerschaum

  6. Royal Meerschaum Pipes — The Artist: İsmail Özel

  7. Wikipedia (Englisch) — Meerschaum pipe

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