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Fugitive Slaves Pipe: Anatomie eines Auktionseintrags

Eine Meerschaumpfeife mit einer Szene entflohener Sklaven, signiert von F. J. Kaldenberg. Bekannt durch ihre Versteigerung im Februar 2016, zeigen die Unterschiede zwischen der Katalogbeschreibung und dem heutigen Museumseintrag, wie Auktionstexte gelesen werden sollten.

Etiketler:

lüle taşı, müzayede, abd, pipo tarihi

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Fugitive Slaves Pipe ist eine von F. J. Kaldenberg signierte Meerschaumpfeife, die als vollständige Schnitzerei die Szene einer vor Hunden fliehenden Frau und eines Mannes zeigt. Der Name stammt nicht aus der Entstehungszeit des Stücks; er wurde im Katalog einer im Februar 2016 in Virginia abgehaltenen Auktion verwendet. Die Pfeife ist heute in der Sammlung des National Museum of African American History and Culture in Washington unter der Nummer 2016.166.37.1ab-.2 verzeichnet. Das Stück wird sowohl wegen des Motivrepertoires geschnitzter Meerschaumpfeifen als auch wegen der unterschiedlichen Beschreibung desselben Objekts in zwei getrennten institutionellen Texten häufig erwähnt.

Das Objekt selbst

Der Museumseintrag ordnet die Pfeife als in New York gefertigt ein und datiert sie auf die Zeit zwischen 1869 und 1889; die Signatur gehört zu der im Artikel Kaldenberg-Unternehmen beschriebenen Werkstatt. Das Material des Korpus ist Sepiolith, der Mineralname des Meerschaums. Die Szene erstreckt sich um den Pfeifenkopf: Die geschnitzte Oberseite des Baumstumpfs dient als Tabakkammer, eine Frau läuft am Stumpf vorbei und wendet dabei den Kopf zurück, ein Mann versucht mit einer über den Kopf erhobenen Axt drei Hunde aufzuhalten. Mit Mundstück misst die Länge etwas mehr als neunzehn Zentimeter. Die Pfeife wird in einer nach ihrer Silhouette geformten, schwarz lackierten Holzschachtel mit Scharnier aufbewahrt; das Innere der Schachtel ist mit rotem Samt und Satin ausgekleidet, und auf der Satinfläche findet sich der Stempel des Herstellers. Der Museumseintrag hält ausdrücklich fest, dass die Gesichter der Figuren als affenartige Karikaturen ausgeführt sind, und vermerkt zugleich, dass das Museum Objekte mit rassistischer Bildsprache in die Sammlung aufnimmt, um den historischen Entstehungskontext zu dokumentieren.

Die Verbindung zum Ansdell-Gemälde

Sowohl die Verkaufsbeschreibung als auch der Museumseintrag verknüpfen die Szene mit dem 1861 entstandenen Gemälde The Hunted Slaves des britischen Malers Richard Ansdell (1815-1885). Das Gemälde wurde im selben Jahr in der Ausstellung der Royal Academy in London zusammen mit Versen aus einem Gedicht von Henry Wadsworth Longfellow gezeigt, das die Flucht eines entlaufenen Sklaven in ein Sumpfgebiet schildert; heute ist es unter der Nummer WAG 3070 in der Walker Art Gallery, Teil der National Museums Liverpool, verzeichnet. Die Verbindung erscheint auf den ersten Blick plausibel, da das fliehende Paar, die angreifenden Hunde und die erhobene Axt übereinstimmen. Dagegen wird in der Pfeifenliteratur darauf hingewiesen, dass kein Beleg existiert, der die Inspiration auf ein zeitgenössisches Dokument zurückführt, und dass auch in zeitgenössischen Schriften über das Gemälde von einer solchen Pfeife keine Rede ist. Da sich die Quellen an diesem Punkt widersprechen, gilt die Verbindung nicht als belegte Kopie, sondern als anerkannte Zuschreibung.

Katalogbeschreibung und Museumseintrag

Die Pfeife war den Aufzeichnungen zufolge das einzige Pfeifenlos in einer Auktion, über die eine über viele Jahre zusammengetragene Sammlung zur Geschichte Schwarzer Amerikaner durch Quinn's Auction Galleries in Falls Church, Virginia, veräußert wurde, und sie erzielte laut denselben Aufzeichnungen einen Preis deutlich über der Schätzung. Wie die Inventarnummer nahelegt, gelangte das Stück im selben Jahr als Schenkung der Familie Liljenquist in die Museumssammlung. Werden die beiden Beschreibungen nebeneinandergestellt, decken sich die Details nicht: Der Verkaufstext stellt das Mundstück als Bernstein dar, der Museumseintrag gibt als Material Kunststoff an; der Katalog bezeichnet die Schachtel als Leder, das Museum beschreibt sie als schwarz lackiertes Holz. Auch der Aufbewahrungsort des Gemäldes wird unterschiedlich angegeben: Der Verkaufstext nennt als Adresse das International Slavery Museum in Liverpool, während National Museums Liverpool das Werk in seinem eigenen Verzeichnis unter der Walker Art Gallery führt; da beide Institutionen demselben Dachverband angehören, handelt es sich hier eher um eine Benennungsdifferenz als um einen Widerspruch. Solche Unterschiede sind der Grund dafür, dass eine Auktionsbeschreibung nicht als endgültige Herkunftsangabe, sondern als zu überprüfender Ausgangspunkt gilt; das Thema wird zusätzlich im Artikel Pfeifenauktionen behandelt.

Künye

Bugünkü Yeri:

NMAAHC, envanter 2016.166.37.1ab-.2

Konu:

Kaldenberg imzalı oyma lüle taşı pipo ve 2016 müzayedesi

Coğrafya:

New York; Falls Church, Virginia; Washington

İlişkilendirilen Tablo:

Richard Ansdell, The Hunted Slaves (1861)

Dönem:

Yapımı 1869-1889; satışı Şubat 2016

Yapımcı:

F. J. Kaldenberg (New York)

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel The Fugitive Slaves Pipe: Anatomy of an Auction

  2. Smithsonian NMAAHC — Sammlungseintrag, Objekt Nr. 2016.166.37.1ab-.2 (Datierung, Maße, Material- und Schachtelbeschreibung)

  3. National Museums Liverpool — Walker Art Gallery, Richard Ansdell, The Hunted Slaves (1861), Werkeintrag WAG 3070

  4. Wikipedia — Artikel Richard Ansdell

  5. Quinn's Auction Galleries — Unternehmensangaben (Falls Church, Virginia)

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