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Die Pfeife in Kunst und Literatur

Von niederländischen Wirtshausszenen über Magrittes berühmte Leinwand bis zu Sherlock Holmes und Mittelerde: eine kurze Übersicht über die Bedeutungen, die die Pfeife in Malerei und Literatur trägt.

Etiketler:

sanat, edebiyat, ikonografi, kültür

Güncelleme Tarihi:

3. August 2026

Die Pfeife in Kunst und Literatur wird seit vier Jahrhunderten nicht nur als Gegenstand dargestellt und beschrieben, sondern als Bedeutungsträger. In der Hand des Malers oder Schriftstellers ist die Pfeife mal eine Mahnung an die Kürze des Lebens, mal die Bühnenausstattung des nachdenklichen Mannes, mal die Signatur, die einen Charakter mit einem einzigen Strich einführt.

In der Malerei: eine Warnung aus Rauch

Nach der Verbreitung des Tabaks in Europa vermehrten sich pfeiferauchende Figuren im niederländischen und flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts rasch. Adriaen Brouwer und Adriaen van Ostade, die im Umkreis von Frans Hals ausgebildet wurden, gelten als Namen, die in Wirtshaus- und Dorfszenen einfache, pfeifenrauchende Menschen ins Zentrum des Bildes rückten. Viele dieser Gemälde halten nicht nur das Alltagsleben fest; sie tragen dem damaligen Moralverständnis entsprechend auch einen Hinweis auf übermäßigen Genuss. Der rasch sich auflösende Rauch wird in der Vanitas-Tradition als visuelles Gegenstück zur Vergänglichkeit des Lebens gelesen.

Im 19. Jahrhundert verschob sich der Akzent. Vincent van Goghs im Januar 1889 in Arles gemaltes Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife zeigt, dass die Pfeife nun eher Zeichen eines nach innen gekehrten Zustands war als einer moralischen Lehre. Von den beiden Selbstporträts mit Verband, die er in den Wochen nach der Ohrverletzung anfertigte, befindet sich das mit der Pfeife in Privatbesitz und wird nur selten ausgestellt; die andere Version der Selbstporträts mit Verband befindet sich in der Courtauld Gallery in London. Auch Paul Cézannes zwischen 1890 und 1895 entstandene Serie Die Kartenspieler erzeugt dieselbe stille Aufmerksamkeit. Auf den ersten beiden der fünf vollendeten Leinwände steht neben den Kartenspielern am Tisch ein Mann mit Pfeife; die vom Maler für diese Figur angefertigte Studie Mann mit Pfeife wird zusammen mit der Serie genannt.

Das bekannteste Gemälde zu diesem Thema ist René Magrittes 1929 entstandenes Werk La trahison des images. Unter einer sorgfältig gezeichneten Pfeife steht der Satz „Ceci n'est pas une pipe“ (Dies ist keine Pfeife); denn der Gegenstand auf der Leinwand ist nicht rauchbar, sondern lediglich eine Darstellung. Das im Bestand des Los Angeles County Museum of Art befindliche Werk gehört, weil es das Verhältnis zwischen Wort und Bild verhandelt, zu den meistzitierten Bildern der modernen Kunst.

In der Literatur: Erweiterung des Charakters

In der Literatur wird die Pfeife oft wie ein Instrument verwendet, das die Dauer des Nachdenkens misst. In Arthur Conan Doyles 1891 erschienener Erzählung „The Red-Headed League“ bezeichnet Sherlock Holmes ein Rätsel als „eine Sache für drei Pfeifen“ und bittet darum, fünfzig Minuten lang nicht gestört zu werden. Sidney Paget, der die ersten Buchausgaben der Erzählungen illustrierte, zeichnete Holmes mit einer geraden Pfeife; die heute sofort assoziierte geschwungene Kalebasse-Form stammt nicht aus dem Text, sondern von der Bühne. Diese Form wird meist dem amerikanischen Schauspieler William Gillette zugeschrieben, der den Charakter Hunderte Male spielte; Berichten zufolge wurde eine geschwungene Pfeife bevorzugt, weil sie, zwischen den Zähnen gehalten, das Sprechen von Repliken und Gestikulieren erleichterte. Da keine zeitgenössische Fotografie oder direkte Zeugenaussage existiert, die belegt, dass Gillette auf der Bühne tatsächlich eine Kalabasch-Pfeife verwendete, gilt diese Verbindung nicht als gesichert. Die Kraft dieses visuellen Musters lässt sich auch in später entstandenen Sammlungen wie der Peterson Sherlock-Holmes-Serie verfolgen.

Dieselbe Funktion setzt sich auch in anderen Erzählungen fort: In J. R. R. Tolkiens Mittelerde ist die Pfeife ein Detail, das das Wesen und den Alltagsrhythmus eines Volkes beschreibt; die Reichweite dieses Details wird im Artikel Pfeife und Pfeifenkraut im Herrn der Ringe behandelt. Zur besonderen Rolle des Sepiolithsteins (Meerschaum) in Lyrik und Prosa siehe den Artikel Meerschaum in der Literatur. Das öffentliche Image, das reale Personen mit der Pfeife aufgebaut haben, wird unter dem Titel berühmte Pfeifenraucher gesammelt.

Künye

Öne Çıkan İzlek:

Vanitas, düşünce hâli, karakter imzası

Edebî Örnek:

Sherlock Holmes'un 'üç pipoluk mesele'si

Coğrafya:

Batı Avrupa ve Kuzey Amerika ağırlıklı

Dönem:

17. yüzyıldan bugüne

Dönüm Noktası:

Magritte, La trahison des images (1929)

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Kaynaklar

  1. LACMA-Bestandseintrag — René Magritte, The Treachery of Images (1929)

  2. Wikipedia — The Treachery of Images

  3. Wikipedia — Adriaen Brouwer; Adriaen van Ostade

  4. Wikipedia — Self-Portrait with Bandaged Ear

  5. The Art Newspaper — Betrachtung zu van Goghs Selbstporträt mit Pfeife und Verband (2026)

  6. Wikipedia — The Card Players (Paul Cézanne)

  7. Musée d'Orsay-Bestandseintrag — Les Joueurs de cartes

  8. Arthur Conan Doyle, The Red-Headed League (1891)

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