Außergewöhnliche Pfeifen: Die Geschichte der Doppelkammer-Konstruktionen
Pfeifen jenseits der klassischen Kopf-Sattel-Anordnung: nicht zum Rauchen gedachte Zierstücke, Kammer-in-Kammer-Patente des 19. Jahrhunderts, afrikanische Doppelkammerpfeifen und heutige Bruyèrepfeifen mit Zwillingskammer.
Etiketler:
pipo tarihi, sıra dışı pipolar, çift hazne, patent
Güncelleme Tarihi:
26. Juli 2026
Außergewöhnliche Pfeifen sind Exemplare, die über die auf dem klassischen Dreiklang aus Kopf, Sattel und Mundstück beruhende Anordnung hinausgehen und in Form oder Material vom Gewohnten abweichen. In jeder Epoche findet man einige davon: Ein Teil erhebt einen technischen Anspruch, ein anderer Teil wurde allein dazu gefertigt, in einer Vitrine zu stehen. Dieser Artikel verfolgt die am häufigsten wiederkehrende Idee dieser breiten Gruppe, nämlich die Doppelkammer.
Das Problem, das das Porzellan lösen musste
In Europa entstand das erste weit verbreitete Gegenstück zur Doppelkammer-Idee aus der Porzellanpfeife. Der Porzellankopf, den man ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland herzustellen begann, blieb in Frankreich, Deutschland und Österreich-Ungarn lange beliebt; allerdings ist Porzellan porenfrei und nimmt die beim Verbrennen entstehende Feuchtigkeit nicht auf. Die Schriftsteller jener Zeit übten deshalb scharfe Kritik an der Porzellanpfeife. Die Lösung der Hersteller war eine unterhalb des kopftragenden Schafts angebrachte Sammelkammer, im Deutschen Abguss genannt: Der Tabak brannte oben im Kopf, während sich die kondensierende Flüssigkeit in der unteren Kammer sammelte. Diese aus getrennt gefertigten und zusammengesteckten Teilen bestehende Konstruktion wird als Gesteckpfeife bezeichnet und gilt in Europa als die erste weit verbreitete Form, die als "doppelkammrig" gelten kann. Ein anderer Teil der außergewöhnlichen Pfeifen befasste sich dagegen gar nicht erst mit einem solchen Problem; den Quellen zufolge waren englische und venezianische Glaspfeifen sowie keramische "Rätsel"-Pfeifen nicht zum Rauchen, sondern als Zier- und Schaustück gedacht.
Kammer in Kammer: Die Patentwelle
Jahrhundert ist eine Zeit, in der ungewöhnliche Pfeifenkonstruktionen die Patentämter füllten. S. Paul Jung Jr. trug die vom US-Patentamt zwischen 1858 und 1899 erteilten Pfeifen- und Nebenproduktpatente 1987 in einer zweibändigen Sammlung zusammen; Hunderte Anmeldungen lassen sich dort samt Zeichnungen einsehen. Ein bedeutender Teil dieser Anmeldungen verfolgt dieselbe Idee: eine zweite Kammer in den Kopf einzusetzen.
Das am 4. Februar 1868 an James Cook aus West Groton, Massachusetts, erteilte US-Patent Nr. 74.050 beschreibt eine in den äußeren Kopf eingeschraubte, bei Bedarf abnehmbare innere Kammer; der Rauch wird durch Öffnungen am unteren Rand der inneren Kammer in den Zwischenraum zwischen den beiden Köpfen gezogen. Die von John F. Kennefick aus Cripple Creek, Colorado, am 1. Oktober 1900 eingereichte Anmeldung wurde am 10. September 1901 unter der Nummer 682.470 erteilt: Zwischen der Hauptkammer und der darin sitzenden Zusatzkammer bleibt ein Luftraum, die oberen Ränder der beiden Köpfe sind durch einen durchlöcherten Ring verbunden. Die Begründung beider Patente ist dieselbe: die Pfeife trocken zu halten und den Rauch abzukühlen, bevor er den Mund erreicht. Aus Britannien sind für den Beginn der 1870er Jahre ähnliche Anmeldungen überliefert, bei denen manche Konstruktionen die zweite Kammer als Glutbett oder Zigarrenfach nutzten; das Ziel war dort weniger die Kühlung als die Steuerung von Abbrand und Nikotin. Zu anderen Zweigen derselben Suche siehe den Artikel Pfeifenfilter und -systeme.
Afrikas Doppelkammerpfeifen
Während die Doppelkammer in den europäischen Patentämtern als Neuheit kursierte, war sie im Afrika südlich der Sahara längst eine alltägliche Form; die Reise- und Ethnografieliteratur des 19. Jahrhunderts erwähnt diese Pfeifen regelmäßig. In einer 1866 erschienenen Sammlung über die Region Unyoro (Bunyoro) in Ostmittelafrika steht geschrieben, dass zwei an einen einzigen Schaft angeschlossene Kammern das gleichzeitige Rauchen zweier verschiedener Tabake ermöglichten. In einem Bericht über eine internationale Ausstellung von 1872 werden zudem die Doppelkammerpfeifen Nordafrikas eigens erwähnt. W. A. Penns 1901 erschienene Tabakgeschichte The Soverane Herbe beschreibt eine aus Holz gefertigte, innen mit Blech ausgekleidete Zulu-Doppelkammerpfeife; Penn wertet diese Anordnung als Versuch, Rauchsorten zu mischen. Obwohl bekannt ist, dass der Tabak von den Europäern auf den Kontinent gebracht wurde, gilt als gesichert, dass die Form der Kammern von der lokalen Tradition bestimmt wurde; ein nachgewiesener Zusammenhang mit den europäischen Beispielen lässt sich nicht aufzeigen.
Von den Katalogen bis heute
Jahrhundert fand die Doppelkammer-Idee Eingang in die Fabrikkataloge, doch die Katalogbezeichnungen hielten meist nicht, was sie versprachen. Die von Kaywoodie in den 1950er Jahren gelisteten "Twin Bowl"-Modelle besitzen keine zwei getrennten Tabakkammern; diese Pfeifen arbeiten mit auswechselbaren Meerschaum-Köpfen, die auf den Schaft gesetzt werden. Die bekanntesten Beispiele des Kammer-in-Kammer-Prinzips aus jener Zeit sind die Pfeifen General Dawes und Captain Warren.
Wirklich doppelkammrige Bruyère-Pfeifen entstanden erst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts aus den Händen dänischer Meister. Bei Peter Stokkebyes Doppelkammer-Bruyèrepfeife bestimmt ein am Sattelring angebrachter Wählring, welche Kammer für den Zug freigegeben wird; steht der Ring in der Mitte, können beide Kammern gemeinsam geraucht werden. Die Form wird auch heute vereinzelt von Meistern erprobt, hat sich jedoch nie durchgesetzt: In keiner der Tabellen klassischer Pfeifenformen hat sie eine eigene Zeile.
Künye
Erken Patentler:
ABD 74.050 (1868), ABD 682.470 (1901)
Ortak Tema:
Çift hazne, hazne içinde hazne, alışılmadık malzeme
Coğrafya:
Orta Avrupa, Britanya, ABD, Sahra altı Afrika
Sınıflandırma:
Yaygın şekil tablolarının hiçbirinde yer almaz
Dönem:
18. yüzyıl ortası - günümüz
Dönüm Noktası:
Porselen pipoya eklenen abguss haznesi
İlgili Maddeler
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Damga ve İşaretler
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Kaynaklar
Pipedia — Artikel The Wizards of Oddities, Yesterday and Today
Google Patents — US-Patent 74.050, 'Tobacco-Pipe', James Cook, 4. Februar 1868
Google Patents — US-Patent 682.470, 'Pipe', John F. Kennefick, Anmeldung 1. Oktober 1900, Erteilung 10. September 1901
Smithsonian National Museum of American History — Aufzeichnungen zu Gesteckpfeife und Abguss-Reservoir
Amsterdam Pipe Museum — Sammlungsnotizen zu Porzellanpfeifen und afrikanischen Pfeifen
S. Paul Jung Jr. — 19th Century Patents, Designs and Trademarks for Tobacco Pipes... (1987, zwei Bände)
W. A. Penn — The Soverane Herbe: A History of Tobacco (1901; bebilderte Ausgabe 1902)
Kaywoodie-Sammlungsunterlagen — 'Twin Bowl'-Modelle der 1950er Jahre
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