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Tophane-Pfeifenherstellung

Die Tophane-Pfeifenherstellung ist eine Handwerkstradition im osmanischen Istanbul, die Köpfe für Tschibuks und Wasserpfeifen aus rotem Ton fertigte; im 19. Jahrhundert erlangte sie unter dem Namen "Tophane-Arbeit" weltweiten Ruf.

Etiketler:

osmanlı, lüle, zanaat, istanbul

Güncelleme Tarihi:

13. Juli 2026

Die Tophane-Pfeifenherstellung ist ein im osmanischen Istanbul im Stadtviertel Tophane konzentrierter Handwerkszweig, der auf der Herstellung von Pfeifenköpfen aus rotem Ton beruhte. Der Kopf ist die aus gebranntem Ton gefertigte Kammer des langstieligen Tschibuk (chibouk) und der Wasserpfeife, in die der Tabak gefüllt wird; die osmanische Pfeife bestand nicht aus einem Stück: Der Tonkopf wurde an einen Holzstiel und ein Bernsteinmundstück angesteckt. "Tophane-Arbeit"-Köpfe erlangten besonders im 19. Jahrhundert weltweiten Ruf, und der Name des Viertels wurde mit der Zeit zur Bezeichnung eines eigenen Stils.

Entstehung und Zentren des Handwerks

Die Pfeifenherstellung entstand nach dem Eintritt des Tabaks Anfang des 17. Jahrhunderts in das osmanische Reich und wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem eigenständigen Handwerkszweig. Die wichtigsten Produktionszentren waren Tophane in Istanbul sowie Edirne, Avanos und Lüleburgaz; man geht davon aus, dass Lüleburgaz seinen Namen von diesem Handwerk erhielt. Das bekannteste dieser Zentren waren die Werkstätten von Tophane: Den Aufzeichnungen zufolge waren im 19. Jahrhundert im Viertel gleichzeitig rund sechzig Pfeifenmacherwerkstätten tätig. Da "Lüle" im Osmanischen die Bezeichnung für den Kopf war, leitet sich auch der Meerschaum (lüle taşı) von diesem Wortgebrauch ab: ein aus Stein gefertigter Pfeifenkopf.

Roter Ton und Herstellungstechnik

Die Werkstätten von Tophane waren für ihren dunkelroten, feinstrukturierten Ton bekannt; der Ton stammte aus Vize in Thrakien sowie aus den Vorkommen von Davutpaşa, Fener und Beyoğlu in Istanbul. Die Masse wurde auf der Töpferscheibe oder mit einer Form geformt, mit einer eigenfarbigen Engobe überzogen, durch Ritzung oder Prägung verziert, bei niedriger Temperatur gebrannt und anschließend geglättet und poliert. Für den Hof und die Herrenhäuser bestimmte Exemplare wurden mit Gold- und Silberauflagen verziert und mit floralen sowie geometrischen Motiven versehen. Dass der Ton porös blieb, galt zu jener Zeit als Eigenschaft, die das Aroma des Tabaks positiv beeinflusste. Die Werkstätten lieferten nicht nur Tschibukköpfe, sondern auch Wasserpfeifenköpfe, Tassenhalter und Kaffeegeschirr; all dies wurde unter dem gemeinsamen Namen "Tophane-Arbeit" geführt.

Stempel und archäologischer Wert

Die Meister signierten ihre Werke mit einem Stempel; überliefert ist, dass sich auf manchen Köpfen sogar Prägungen in Form der Sultanstughra fanden. Diese Stempel sind heute eine wichtige Quelle für die Archäologie: In den Ausgrabungen von Silifke Kalesi, Divriği Kalesi, Bursa und Tralleis wurden mit Meisterstempeln versehene Pfeifenköpfe gefunden. In den osmanischen Siedlungen vom Balkan bis in den Nahen Osten dienen rote Tonpfeifenköpfe, ähnlich den weißen Tonpfeifen in Europa, als "Leitfund" zur Datierung von Schichten; Formfamilien wie der Lilienform oder der Typ mit Scheibenfuß helfen dabei, die Zeiträume vom 17. bis zum 20. Jahrhundert voneinander zu unterscheiden.

Niedergang und heutige Spuren

  1. Mit der Verbreitung der Zigarette Ende des Jahrhunderts und dem zunehmenden Import von Pfeifen aus Europa ging zusammen mit der osmanischen Tschibuk-Kultur auch die Pfeifenherstellung zurück; zu Beginn der Republikzeit war das Handwerk faktisch erloschen. Heute sind Tophane-Arbeit-Köpfe vor allem im Topkapı-Palast sowie in Museumssammlungen und als Ausgrabungsfunde in archäologischen Museen vertreten. Bekannt ist, dass eine kleine Zahl von Handwerkern in Istanbul versucht, diese Töpfertradition wiederzubeleben.

Künye

Bezeme:

Yaldız, kazıma motif, usta damgası

Coğrafya:

Tophane (İstanbul); ayrıca Edirne, Avanos, Lüleburgaz

Malzeme:

Kırmızı kil (Vize, Davutpaşa, Fener, Beyoğlu ocakları)

Dönem:

17. yüzyıldan 20. yüzyıl başına

Dönüm Noktası:

19. yüzyılda zirve; sigaranın yükselişiyle gerileme

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Kaynaklar

  1. DergiPark — archäologische Aufsätze über osmanische Pfeifenköpfe

  2. Academia.edu — 19th Century Clay Chibouks Made in Tophane

  3. Academia.edu — Chibouk Smoking Pipes: Secrets and Riddles of the Ottoman Past

  4. Academia.edu — Ottoman Clay Tobacco Pipes from Ramla

  5. TDV Islam-Enzyklopädie — Artikel Tabak

  6. Zeitschrift Höyük — Aufsatz über gestempelte Pfeifenkopffunde

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