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Tsutsu (japanisches Pfeifenetui)

Ein Etui zum Tragen der japanischen Pfeife Kiseru; da es das sichtbarste Teil des vom Gürtel herabhängenden Rauchbestecks war, wurde es in fünf benannten Formen und einer breiten, von Hirschgeweih bis Lack reichenden Materialpalette gefertigt.

Etiketler:

japonya, kiseru, sagemono, tütün tarihi

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Tsutsu ist die Kurzform für das Etui der japanischen Pfeife; die vollständige Bezeichnung lautet Kiseru-zutsu. Da traditionelle japanische Kleidung keine Taschen hatte, wurde die Pfeife zusammen mit dem Tabakbeutel an einer Schnur befestigt und am um die Hüfte gebundenen Gürtel (Obi) herabhängend getragen. In dieser Anordnung schützte das Etui sowohl die Metallenden der Pfeife vor Stößen als auch bildete es das von außen sichtbare längste Teil des Bestecks. Deshalb galten Kiseru-Etuis nicht nur als bloße Hülle, sondern als Gegenstände, die den Geschmack ihres Besitzers zeigten; manche werden heute in Museen als Skulpturen eingestuft.

Formen nach Aufbau des Korpus

In der Sammlerliteratur haben sich fünf Bezeichnungen etabliert; drei davon sind einteilig, zwei bestehen aus ineinandergreifenden Rohren. Diese fünfteilige Unterscheidung ist eher eine vom Antiquitätenmarkt verwendete Klassifikation; in Museumskatalogen begegnet man nicht immer denselben Begriffen.

Die einteiligen werden aus einem einzigen Block gehöhlt und halten die Pfeife ohne Deckel:

  • Otoshi-zutsu: Ein durchgehend ausgehöhltes, oben offenes Etui. Es gehört zu den verbreitetsten Formen und nimmt Pfeifen unterschiedlicher Länge auf; dafür kann die Pfeife mangels Deckel herausfallen und verloren gehen.

  • Wari-zutsu: Eine Abwandlung des Otoshi, bei der der Mündungsbereich beidseitig gespalten ist. Da die Ränder des Spalts die Pfeife festhalten, ist die Gefahr des Herausfallens geringer, doch Exemplare sind selten.

  • Senryu-zutsu: Ein käfigartiges Etui, dessen Korpus großteils offen gelassen ist. Die Pfeife liegt zwischen einer Kerbe, die den Kopf hält, und einem Ring, durch den das Mundstück geführt wird. Diese Anordnung macht das Etui leichter, zugleich aber auch bruchanfälliger.

Die beiden ineinandergreifenden Formen hingegen schließen sich wie ein Teleskop:

  • Muso-zutsu: Ein Rohr, bei dem ein dünnes Oberteil in ein dickeres Unterteil eingeführt wird. Im geschlossenen Zustand ist der Durchmesserunterschied des Oberteils mit bloßem Auge erkennbar. Da die Länge bis zu einem gewissen Grad anpassbar ist, passt es zu verschiedenen Pfeifen und gilt als die am häufigsten anzutreffende Art.

  • Aikuchi-zutsu: Es schließt nach demselben Prinzip wie das Muso, doch das Oberteil ist mit zwei unterschiedlichen Durchmessern bearbeitet; im geschlossenen Zustand wirkt das Etui wie ein einheitlicher, durchgehender Korpus mit nur einem Durchmesser. Da die Länge nicht anpassbar ist, muss es für eine bestimmte Pfeife angefertigt worden sein. Es wird angegeben, dass es zahlenmäßig selten vorkommt, seine Verarbeitung dafür aber überdurchschnittlich ist. Der Name stammt vom Begriff Aikuchi, der die Anordnung eines stichblattlosen (tsuba-losen) Dolchs beschreibt, dessen Griff nahtlos in die Scheide übergeht.

Material und Verarbeitung

Der Großteil der Etuis ist aus Holz oder Hirschgeweih gehöhlt. Da sowohl Hirschgeweih als auch Bambus von Natur aus hohl sind, lässt sich ein langer, schmaler Korpus aus diesen Materialien mit wenig Aufwand herstellen. Elfenbein ist zwar ein leicht zu bearbeitendes Material, kommt aber selten vor: Ein durchgehendes Etui daraus zu fertigen, verwandelt den Großteil des teuren Blocks in Späne. Lacketuis finden sich häufiger in den beiden ineinandergreifenden Bauformen; am gebräuchlichsten ist die als Nagato-zutsu bezeichnete Art, die aus geflochtenem Schilf, Bambus oder fest gedrehtem Papier (Ganpi) mit anschließender Lackierung gefertigt wird. Leder- und Stoffetuis kommen dagegen häufiger in der Otoshi-Bauform vor; Quellen zufolge bestand der Großteil der Etuis und Tabakbehälter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts aus diesen beiden Materialien. Auch Etuis aus gehärtetem Papier sollen verbreitet gewesen sein, doch nur wenige davon sind bis heute erhalten.

Die Verarbeitung bewegt sich in einer breiten Spanne: Neben alltäglicher Werkstattarbeit gibt es auch Exemplare, die die Signatur führender Netsuke-Meister ihrer Zeit tragen. Was das Maß betrifft, sind die meisten Etuis auf die Bambus-Kiseru namens Rao-kiseru abgestimmt und etwa 18 bis 20 Zentimeter lang; da in Museumssammlungen auch Exemplare bis zu 25 Zentimetern vorkommen, sollte diese Spanne nicht als feste Grenze gelten. Für die vollständig aus Metall gefertigte Nobe-kiseru vorbereitete Etuis sind selten.

Platz im Besteck und Waffenderivate

Das Etui ist ein Glied in der Gesamtheit der vom Gürtel herabhängenden Gegenstände (Sagemono) und wird zusammen mit der auf die Schnur aufgereihten Klemmperle (Ojime) und dem Tabakbeutel entworfen. In Museumsbeständen finden sich auch Bestecke, bei denen das Etui selbst die Funktion eines Knopfes zum Befestigen am Gürtel übernimmt. Wie die Teile zusammengefügt werden, ist im Artikel Japanisches persönliches Rauchbesteck ausführlich beschrieben.

Ein kleiner Teil der Etuis diente Verteidigungszwecken. Bekannt sind aus schwerem Metall gefertigte Exemplare, ebenso dokumentierte Konstruktionen, die von außen wie ein Aikuchi-zutsu aussehen, sich aber öffnen lassen und einen Dolch enthalten. Als Teppo-zutsu bezeichnete Stücke sind hingegen eigentlich keine Etuis: Es handelt sich um Feuerwaffen, denen das Aussehen eines Otoshi-zutsu gegeben wurde. Die im Artikel verwendeten japanischen Begriffe sind im Glossar japanischer Pfeifenbegriffe zusammengestellt.

Künye

Ölçü:

Çoğunlukla 18-20 santimetrelik rao-kiseru'ya göre; daha uzun örnekler de var

Coğrafya:

Japonya

Malzeme:

Geyik boynuzu, ahşap, bambu, lake, deri, kumaş, kâğıt

İşlevi:

Kiseru'yu koruyan ve kuşakta taşınmasını sağlayan kılıf

Dönem:

Edo dönemi (1603-1868) ve Meiji dönemi (1868-1912)

Başlıca Biçimler:

Muso, aikuchi, otoshi, wari, senryu

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel Tsutsu

  2. Spurlock Museum (University of Illinois) — Eintrag Tonkotsu, Kiseruzutsu und Ojime-Set, 2008.11.0008

  3. The Metropolitan Museum of Art — Eintrag Shibata Zeshin, Pfeifenetui mit Pfeife und Tabakbeutel

  4. The Japanese Gallery — Vorstellung Kiseruzutsu

  5. Japanese Antique Kiseru (japanesekiseru.com) — Arten von Kiseru-zutsu

  6. Wikipedia — Artikel Tantō, Abschnitt Aikuchi-koshirae

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