Die Tabakregionen der Türkei
Mit dem Erbe Izmirs, Samsun-Bafras und Rumeliens bilden die türkischen Anbaugebiete des Orienttabaks seit Jahrhunderten die Grundlage der 'Turkish'-Komponente in weltweiten Pfeifenmischungen.
Etiketler:
şark tütünü, türkiye, tarih, tütün
Güncelleme Tarihi:
14. Juli 2026
Die Tabakregionen der Türkei bilden die historische Heimat des in weltweiten Pfeifenmischungen als "Turkish" oder "Oriental" bezeichneten Orienttabaks. Diese kleinblättrige, sonnengetrocknete Tabakgruppe wird seit der osmanischen Zeit in einem weiten Gebiet angebaut, das von der Ägäis bis zum Schwarzen Meer, von Thrakien bis Südostanatolien reicht. Den Aufzeichnungen zufolge fand der erste kommerzielle Tabakanbau auf osmanischem Boden 1583 in der Umgebung von Milas im Sandschak Menteşe statt; gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte sich der Anbau bereits über ein weites Gebiet von Aydın und Bursa bis nach Rumelien ausgebreitet. Die Ankunft des Tabaks im Osmanischen Reich ist eine eigene Geschichte für sich; dieser Artikel behandelt hingegen die Regionen, in denen die Pflanze in diesem Land Wurzeln schlug.
Ägäis: Izmir-Tabak
Der in westlichen Quellen unter dem historischen Namen Smyrna geführte Izmir-Tabak gilt heute als die verbreitetste Herkunft und macht schätzungsweise etwa die Hälfte der weltweiten Orienttabakproduktion aus. Seine Blätter sind sehr klein; nach der Ernte werden sie auf Schnüre gezogen und in der Sonne getrocknet. Zucker- und ätherischer Ölgehalt sind hoch, der Nikotingehalt ist selbst unter den Orienttabaken niedrig; er verleiht der Mischung einen leicht säuerlich-süßen, brotig-würzigen Charakter. Im 19. Jahrhundert war das über den Hafen von Izmir exportierte Blatt ein begehrter Rohstoff der ägyptischen und britischen Zigarettenindustrie; auch bei den 1913 mit Camel beginnenden Zigaretten im amerikanischen Mischstil stammte ein erheblicher Teil des verwendeten türkischen Blatts aus Izmir. In der Pfeifenwelt besteht die "Oriental"-Komponente der englischen Mischungen überwiegend aus Izmir-lastigen Mischungen.
Schwarzes Meer: Samsun-Bafra
Die an der Schwarzmeerküste rund um Samsun und besonders in der Ebene von Bafra angebauten Tabake zählen zu den hochwertigsten Beispielen des Orienttabaks. Ihre kleinen, ovalen Blätter reichen farblich von Rot bis Dunkelrot, sind glänzend, feinadrig und geschmeidig; der Zug gilt als voll, süß und aromatisch, der Abbrand als langsam und gleichmäßig. Der Tabakanbau in dieser Region hat eine tief verwurzelte Geschichte, die mindestens bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht; das Tabakerbe von Bafra wird im 2018 eröffneten Tabakmuseum Bafra, dem ersten Tabakmuseum der Türkei, bewahrt. Einzelherkunft-Mischungen wie "Classic Samsun" aus der Grand-Orientals-Serie der Firma McClelland haben in den 2000er Jahren den Namen dieses Blatts unter Pfeifenrauchern erneut bekannt gemacht.
Thrakien und das rumelische Erbe
In der osmanischen Zeit gehörten zu den bekanntesten Herkünften des Orienttabaks rumelische Städte, die heute außerhalb der türkischen Grenzen liegen: das in westlichen Quellen als Yenidje geführte Karasu Yenicesi (heute Genisea in der griechischen Provinz Xanthi; nicht zu verwechseln mit Yenice-i Vardar in Makedonien), Xanthi (İskeçe) und Kırcali. Das feinadrige Yenice-Blatt, das als bestes Beispiel der Klasse "Basma" gilt, wurde im 19. Jahrhundert zu den teuersten Tabaken der Welt gezählt; vor allem in der Werbung für klassische Mischungen wie Balkan Sobranie wurde es als Qualitätssymbol verwendet. Durch die Balkankriege und den anschließenden Bevölkerungsaustausch verblieben diese Herkünfte in Griechenland und Bulgarien; der Name "Yenidje" lebte innerhalb der Tradition der Balkanmischung weiter fort. Auf türkischer Seite setzten Thrakien und die Marmararegion den Tabakanbau fort.
Heutiger Stand
Die Türkei zählt auch heute zu den weltweit führenden Ländern bei Anbau und Export von Orienttabak; neben der Ägäis und dem Schwarzen Meer läuft der Anbau in Südost- und Ostanatolien (Umgebung von Adıyaman und Bitlis) größtenteils in kleinen Familienbetrieben. Der Großteil des Ertrags geht in Zigarettenmischungen; der in Pfeifenmischungen genutzte Anteil ist gering. Der einheimische Pfeifenraucher lernte dieses Blatt am ehesten über die jahrelang vom Staatsmonopol produzierten Tekel-Pfeifentabake kennen. Auch die Tabakexpertise gilt als ein für die Türkei typischer, tief verwurzelter Berufsstand, der Teil dieses Erbes ist.
Region |
Bekannte Herkunft |
Hervorstechender Charakter |
|---|---|---|
Ägäis |
Izmir (Smyrna) |
Niedriges Nikotin, süß-säuerlich, mild |
Schwarzes Meer |
Samsun-Bafra |
Voll, süß-aromatisch, gleichmäßiger Abbrand |
Rumelien (historisch) |
Yenice, Xanthi, Kırcali |
Feinadrige Basma-Klasse |
Künye
Ünlü Menşeler:
İzmir, Samsun-Bafra, Yenice
Coğrafya:
Ege, Karadeniz, Trakya/Rumeli, Güneydoğu ve Doğu Anadolu
Kurutma:
Güneşte kurutma (sun-cured)
Dönem:
16. yüzyıldan günümüze
Dönüm Noktası:
Balkan Savaşları ve mübadeleyle Rumeli menşelerinin sınır dışında kalması
İlgili Maddeler
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Damga ve İşaretler
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Kaynaklar
Verband der Tabakexperten — Bericht Tabak in der Türkei
TDV Islam-Enzyklopädie — Artikel Tabak
Wikipedia — Artikel Turkish tobacco und Genisea
The Journal of International Social Research — Tobacco Production in Samsun (1788-1919)
Leafonly — Black Sea Samsun Turkish Oriental Tobacco
Somuncu Baba Dergisi — Das Abenteuer des Tabaks bei uns
Kultur- und Tourismusdirektion der Provinz Samsun — Tabakmuseum Bafra
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