Ulmer Maserholzpfeifen
Deutsche Pfeifentradition mit silbernem Deckel, in Ulm und Umgebung aus Wurzel- und Maserholz geschnitzt; zwei Jahrhunderte Aufstieg und Niedergang eines außerhalb der Zunft verbliebenen ländlichen Handwerks.
Etiketler:
almanya, ahşap pipo, zanaat, koleksiyon
Güncelleme Tarihi:
26. Juli 2026
Ulmer Maserholzpfeifen ist der gemeinsame Name für die in Süddeutschland in Ulm und Umgebung aus Wurzelholz und Stammmaser geschnitzten Pfeifen, die meist mit einem verzierten silbernen Deckel vervollständigt wurden. Diese Produktion, die sich lange vor der Einführung von Briar (Bruyereholz) auf den europäischen Werkbänken verbreitete, blieb bis zuletzt ein ländliches Nebengewerbe, da sie nie unter das Dach einer Zunft aufgenommen wurde; dennoch brachte sie einen nach der Region benannten Pfeifentyp hervor. Das "Ulm" bezeichnet hier nicht nur die heutige Stadt, sondern auch das weite, unter ihre Herrschaft fallende Umland: Geislingen, Söflingen, Pfuhl, Waldstetten und Rechberg sind die bekannten Glieder dieses Netzes.
Ein Handwerk ohne Zunft
Berichten zufolge stammt der früheste Beleg zu diesem Thema aus dem Jahr 1695. Zwei Handwerker, die angaben, seit einigen Jahren hölzerne Tabakpfeifen zu fertigen und deren Köpfe mit Silber- und Tombakblech zu verkleiden, verlangten von der Stadtverwaltung eine Ordnung und den Status einer Zunft; das Gesuch wurde noch im selben Sommer mit der Begründung abgelehnt, sie hätten das Handwerk weder ordnungsgemäß erlernt noch auf Wanderschaft gefestigt. Zwanzig Jahre später, als die Pfeifenmacher in Geislingen angaben, fünfzig Personen zu sein und ebenfalls eine eigene Zunft verlangten, blieb das Ergebnis dasselbe; die zweite Ablehnung von 1716 schrieb die Pfeifenmacherei dauerhaft als "freies Gewerbe" fest. Das hatte zwei Seiten: Es gab weder Meisterrecht noch Lehrpflicht noch eine Begrenzung der Beschäftigtenzahl, doch die Pfeifenmacher lagen fortwährend im Streit mit den Verkaufsprivilegien der zünftigen Handwerker; 1824 wurde ihnen sogar der Handel mit Pfeifenstielen untersagt.
Dass es sich um ein Nebengewerbe handelte, hielt die Werkstätten nicht klein. Berichten zufolge beschäftigten zwei Bruder-Pfeifenmacher im Jahr 1790 neben ihrer Werkbank in Ulm auch in Orten wie Langenau, Rechberg und Söflingen Dutzende Menschen bei sich zu Hause. Dennoch überstieg die Zahl derer, die das Gewerbe als Haupterwerb betrieben, zwischen Ende des 18. Jahrhunderts und 1812 nicht fünfundvierzig. In Waldstetten sind für die Zeit um 1790-1800 in örtlichen Aufzeichnungen sechzig mit diesem Handwerk befasste Meister verzeichnet.
Maserholz und seine Beschaffung
Maserholz ist das aus den Wurzel- und Maserbereichen des Baumes gewonnene Holz mit unregelmäßiger Maserung, das schwer ist und sich nur langsam entzündet. Ein Handwerksbuch von 1830 nennt als geeignete Arten Ulme, Esche, Erle, Birke, Pappel, Ahorn, Wacholder, Eberesche, Nussbaum und Buchsbaum. Da keine dieser Arten dem Feuer wirklich standhielt, wurden sowohl Kammer als auch Rauchkanal mit einem dünnen Metalleinsatz ausgekleidet; diese Lösung zeigt gut, wo Holz vor der Briar-Zeit bei den Kammermaterialien von Pfeifen an seine Grenzen stieß. Den Rohstoff brachten die sogenannten "Maserhauer", die Wurzelsammler. Als Herkunftsgebiete werden in den Quellen die Wälder Bayerns, Württembergs und Böhmens genannt, dazu die Schweiz und Tirol, für Buchsbaum auch Anatolien. Mit wachsender Nachfrage begnügten sich die Sammler nicht mehr mit toten Baumstümpfen, sondern begannen, für frisches Wurzelholz Bäume zu fällen; diese Zerstörung wird in den württembergischen Forstordnungen des 18. und 19. Jahrhunderts offen beklagt.
Kloben, Ungarnform und Silberdeckel
Die Sammlerliteratur kennt zwei Grundformen. Bei der Ungarnform ist die Kammer schlank und hoch, überragt deutlich den Ansatz des Stielhalses und wird von einem flachen Deckel bedeckt. Der Ulmer Kloben ist eine örtliche Abwandlung dieses Typs: Von der Vorderseite der Kammer läuft ein sich nach unten verjüngender Holzrücken herab, Kammer und Hals liegen etwa auf gleicher Höhe, der Deckel erhebt sich helm- oder kuppelartig und ist meist zur Belüftung durchbrochen gearbeitet. In Museumskatalogen wird diese Form stellenweise auch als "Sackpfeife" geführt. Bei beiden Formen wurden Kammer und Stiel, sowohl aus Sicherheits- als auch aus Zierbedürfnis, mit feinen Kettchen verbunden. Der Überlieferung nach hat Jakob Glöckle, der in den 1730er Jahren in Ulm in seiner von der Weberei übrigen Zeit Pfeifen schnitzte, die Form des Kloben entwickelt; um 1840 werden hundertvierzehn verschiedene Kammertypen gefertigt, wobei die Mehrheit der Ungarnform entspricht.
Die Silberarbeit wurde meist nicht in Ulm selbst, sondern in Blaubeuren, Heilbronn und vor allem in Schwäbisch Gmünd in Auftrag gegeben; letzteres war Mitte des 18. Jahrhunderts ein Zentrum mit rund zweihundertfünfzig Goldschmiedemeistern. Diese Praxis der Auslagerung führte 1829 dazu, dass die Ulmer Goldschmiede klagten; die Stadtverwaltung entschied, dass auswärts bestellte Pfeifen mit fremder Silberarbeit verkauft werden durften, in Ulm gefertigte hingegen von einheimischen Goldschmieden verarbeitet werden mussten. Der am Rand des Deckels häufig anzutreffende Stempel "13" zeigt das bis zum 1. Januar 1888 in Deutschland geltende Lotsystem an: von sechzehn Einheiten waren dreizehn Silber, das entspricht einer Feinheit von 812,5 Promille. Der Meisterstempel dagegen ist selten. Zweistufige Deckel boten Platz für die Initialen des Besitzers, seinen Beruf oder Jagdszenen. Auch der bayerische Raupenhelm, den die bayerische Armee bis zum Tod König Ludwigs II. 1886 beibehielt, fand Eingang in die Deckelmotive; Ulm war 1802 an Bayern gefallen und 1810 an Württemberg übergegangen.
Der Niedergang
Die Produktion ging nach 1840 rasch zurück. Billige Porzellanköpfe, zunehmend aufwendiger geschnitzte Meerschaumpfeifen und die ab 1850 einsetzende Verbreitung der Zigarre engten den Markt ein; nach den 1880er Jahren wurde es auch schwieriger, Erlen- und Wacholderwurzeln zu finden. Berichten zufolge waren 1870 in der Stadt Ulm nur noch drei Pfeifenmacher übrig; in den Adressbüchern des Jahrhundertendes waren die meisten Namen, die eine "echte Ulmer Maserpfeife" anboten, keine Hersteller mehr, sondern Verkäufer. In denselben Jahren beseitigte auch die Verbreitung von Briar über Saint-Claude den Bedarf an einheimischem Wurzelholz größtenteils. Berichten zufolge fertigte eine deutsche Werkstatt im Odenwald bis Mitte der 1990er Jahre noch vereinfachte Ulmer Formen mit neuen Silberdeckeln. Heute werden diese Pfeifen vor allem in lokalen Museen in Deutschland sowie in öffentlichen und privaten Sammlungen bewahrt.
Künye
Bugünkü Durumu:
Üretim sona erdi; müze ve koleksiyon nesnesi
Coğrafya:
Ulm ve çevresi; Geislingen, Söflingen, Pfuhl, Waldstetten, Rechberg
Malzeme:
Kök ve ur ahşabı (Maserholz); kapak ve bileziklerde gümüş, tombak, yeni gümüş
Dönem:
17. yüzyıl sonu – 19. yüzyıl sonu
Başlıca Biçimler:
Ungarnform ve Ulmer Kloben
Dönüm Noktası:
1716'da lonca talebinin reddi; 1840 sonrası gerileme
İlgili Maddeler
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Damga ve İşaretler
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Kaynaklar
Pipedia — Artikel Ulmer Maserholzpfeifen von Rainer Immensack
Deutsche Wikipedia — Artikel Lot (Feingehalt)
Deutsche Wikipedia — Artikel Waldstetten (Ostalbkreis)
Deutsche Wikipedia — Artikel Schwäbisch Gmünd
Deutsche Wikipedia — Artikel Raupenhelm
Deutsche Wikipedia — Artikel Ulm
museum-digital:deutschland — Heimatmuseum Waldstetten, Objekteintrag 'Ulmer Kloben (Sackpfeife), Ungarnkopf'
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