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Pfeifensammeln: Liebhaberei oder Beruf?

Der Weg des Pfeifensammelns vom Hobby zur Expertise: das Kriterium, das eine Sammlung vom bloßen Haufen unterscheidet, die großen Sammler der Geschichte und das Fehlen eines etablierten Namens für dieses Metier.

Etiketler:

koleksiyon, kültür, tarih

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Pfeifensammeln ist die Beschäftigung, Pfeifen nicht einzeln als Rauchgerät, sondern als eine gemeinsam Bedeutung gewinnende Reihe zusammenzutragen. Die Frage, die die Szene seit Langem diskutiert, entspringt genau diesem Punkt: Bleibt diese Tätigkeit eine Freizeitbeschäftigung (avocation), oder wird sie mit der Zeit zum eigentlichen Beruf (vocation)? Die Grenze ist nicht scharf; ein Teil der Sammler ist im Lauf der Jahre zu Forschern, Katalogisierern oder Autoren geworden.

Wo beginnt eine Sammlung?

Das entscheidende Kriterium in der Sammlungstheorie ist nicht die Stückzahl, sondern die Bedeutung, die der Besitzer dem Gegenstand beimisst. Wird eine Pfeife nur deshalb aufbewahrt, weil sie für sich schön oder nützlich erscheint, bleibt sie ein Stück im Regal; wird sie ausgewählt, um für eine Reihe, eine Epoche oder eine Werkstatt zu stehen, wird sie zur Sammlung. Da das Kriterium nicht auf Menge, sondern auf Absicht blickt, gilt eine kleine, aber stimmige Auswahl eher als Sammlung als ein zerstreuter, umfangreicher Bestand. Die in der Szene gängige Dreiteilung ist die alltägliche Entsprechung dieser Logik: der nach Kriterien auswählende Sammler, der ungeprüft alles Erreichbare zusammentragende Häufer und der sich vom Trennen schwertuende Hamsterer. Auch die Gründe des Sammelverhaltens sind Gegenstand der psychologischen Literatur geworden; Werner Muensterbergers 1993 erstmals erschienene Arbeit Collecting: An Unruly Passion zählt zu den Standardwerken dieses Feldes.

Die Sammler der Geschichte

Die ersten dokumentierten Pfeifenliebhaber reichen bis ins Europa des 18. Jahrhunderts zurück, doch der meistgenannte Name des Feldes stammt aus dem 19. Jahrhundert: der Sheffielder Ingenieur und Antiquar William Bragge (1823–1884). Braggs aus allen Teilen der Welt zusammengetragener Bestand wird in Quellen mit über 7.000 Pfeifen sowie insgesamt rund 13.000 Objekten einschließlich Schnupftabak- und Tabakgerät angegeben. Seine Bibliografie der über Tabak geschriebenen Werke, Bibliotheca Nicotiana, erschien erstmals 1874 und in erweiterter Fassung 1880 und zählt zu den frühesten Fachbibliografien im Englischen. Die Sammlung wurde 1882 in einer Auktion aufgelöst; ein Teil der ethnografischen Pfeifen gelangte im selben Jahr über den Händler William Wareham in die Christy-Sammlung des British Museum. Auch Braggs Pfeifenzeichnungen tragen die Spuren dieser Auflösung. Ein häufig verwechseltes Detail ist, dass die 1873 von Bragge der Birmingham Free Library gestiftete Cervantes-Bibliothek eine eigenständige Sammlung war und dass es diese Stiftung war, die beim Brand von 1879 Schaden nahm.

Im 20. Jahrhundert wurde das Sammeln thematisch fokussierter. Alfred Dunhill (1872–1959), Gründer der Marke Dunhill, fasste mit seinem 1924 erschienenen Werk The Pipe Book die Geschichte der Pfeife zusammen; das Buch ist seither fast durchgehend im Druck geblieben. Von dem Schriftsteller Lafcadio Hearn (1850–1904), der sich 1890 in Japan niederließ und 1896 die japanische Staatsbürgerschaft annahm, wird berichtet, dass er neben Büchern auch japanische Pfeifen sammelte. Bei dieser als Kiseru bezeichneten Pfeife sind Metallkopf und Mundstück durch einen Bambusstiel verbunden; die üblichen Exemplare sind 15 bis 25 Zentimeter lang und wurden in der Edo-Zeit in als Kiseruzutsu bezeichneten Hüllen getragen.

Ein namenloses Metier

Viele Zweige des Sammelns haben ihren eigenen Namen erhalten: Für das Sammeln von Postkarten gibt es Deltiologie (deltiology, ein 1945 von Rendell Rhoades vorgeschlagener Begriff), für das Sammeln von Streichholzschachteln und -etiketten Phillumenie (phillumeny, ein 1943 von Marjorie S. Evans geprägter Begriff), für das Sammeln von Orden und Auszeichnungen Phaleristik (phaleristics). Bei der Pfeife gibt es keine solche etablierte Entsprechung; für Erforscher der Rauchkultur wird berichtet, dass Begriffe wie „Kapnismologie“ vorgeschlagen wurden, sich aber nicht durchsetzten. Die Szene begnügt sich bis heute schlicht mit der Bezeichnung „Pfeifensammler“.

Von der Liebhaberei zur Expertise

Eine ernsthafte Sammlung entsteht weniger durch den Erwerb als durch Wissen: das Lesen von Stempeln und Datumscodes, das Unterscheiden der Fertigungsweisen der Traditionen von Meerschaum und Bruyère, das Erkennen später vorgenommener Reparaturen. Die Kategorie Estate, gebildet aus gebrauchten Pfeifen, hat die Bruyère-Pfeifen des 20. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Forschungsfeld gemacht; auch Auktionsaufzeichnungen zählen zu den Orten, an denen dieses Wissen auf die Probe gestellt wird. Von diesem Punkt an nähert sich das Metier über Katalogisierung, Publikation und fachliche Beratung dem Beruf; die Antwort auf die im Titel gestellte Frage fällt dabei von Person zu Person unterschiedlich aus.

Künye

Terim Durumu:

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Toplama Alanları:

Antika, eski ve ikinci el (estate) pipolar, ilgili eşya

Konu:

Pipo koleksiyonculuğu

Coğrafya:

Avrupa, Kuzey Amerika, Japonya

Dönem:

18. yüzyıldan günümüze

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel Pipe Collecting: Avocation or Vocation?

  2. Wikipedia — Artikel William Bragge

  3. British Museum — Christy-Sammlung, Objektdatensätze aus dem Bestand von William Bragge

  4. Wikipedia — Artikel Alfred Dunhill, Lafcadio Hearn und Kiseru

  5. Wikipedia — Artikel Deltiology, Phillumeny und Phaleristics

  6. Open Library — Eintrag zu Werner Muensterberger, Collecting: An Unruly Passion

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