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Gehstöcke mit Pfeife (Gadget Stick)

Multifunktionale Gehstöcke, die im Griff oder im Schaft eine Pfeife, Tabak, Schnupftabak oder Streichhölzer verbergen. Ein vergessenes Accessoire des Europas des 19. Jahrhunderts, das heute ein Sammlerthema ist.

Etiketler:

tarih, aksesuar, koleksiyon, 19. yüzyıl

Güncelleme Tarihi:

26. Juli 2026

Gehstöcke mit Pfeife sind Spazierstöcke, deren Schaft oder Griff so ausgehöhlt ist, dass darin ein Pfeifenkopf, ein Mundstück, Tabak, Schnupftabak oder Streichhölzer untergebracht sind. In englischsprachigen Quellen werden solche multifunktionalen Stöcke unter dem Titel gadget stick oder system cane zusammengefasst: Gegenstände, die von außen wie ein gewöhnlicher Stock wirken, bei denen aber beim Auseinandernehmen und Öffnen eine zweite Funktion zum Vorschein kommt. Am weitesten verbreitet war dieses Accessoire im Europa des 19. Jahrhunderts; hergestellt wurde es bis in die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts.

Vom Stock zum Accessoire

Der Gehstock wandelte sich in Europa im 17. und 18. Jahrhundert von einem reinen Gehhilfsmittel zum Ergänzungsstück der Herrenkleidung. Bekannt ist, dass Ludwig XIV. einen Stock mit einem adlerförmigen Knauf besaß, der mit vierundzwanzig Diamanten besetzt war; Voltaire soll achtzig, Rousseau vierzig Stöcke besessen haben. Dem sächsischen Grafen Brühl werden dreihundert Stöcke nachgesagt, von denen jedem eine passende Schnupftabakdose zugeordnet war. Auch der goldknaufbesetzte Stock, den eine französische Verehrerin Benjamin Franklin schenkte, gehört zu den bekannten Beispielen dieser Tradition; Franklin vermachte diesen Stock testamentarisch George Washington. Dass der Stock auf diese Weise zu einem derart persönlichen Gegenstand wurde, fällt mit der Zeit zusammen, in der Entwürfe, deren Schaft als Aufbewahrungsort diente, sich immer weiter verbreiteten.

Die Entstehung des Geheimfachs

Eines der frühesten bekannten Beispiele dafür, im Stock etwas zu verbergen, hat nichts mit der Pfeife zu tun: Berichten zufolge sollen im Jahr 552, während der Herrschaft Kaiser Justinians I., zwei Mönche Seidenraupeneier in Bambusstöcken nach Byzanz geschmuggelt haben. Der Gehstock mit Geheimfach im modernen Sinn verbreitete sich zusammen mit dem Degenstock (swordstick). Nach diesen im 18. und 19. Jahrhundert unter Wohlhabenden modischen Stöcken folgten „Gadget"-Stöcke, die Werkzeuge, einen Kompass oder eine Trinkflasche enthielten. Modelle, die im oberen Teil des Schafts eine kleine Trinkflasche trugen, sind als tippling cane bekannt; sie sind auf zeitgenössischen Fotografien aus den Jahren der US-amerikanischen Prohibition zu sehen.

Modelle mit Pfeife, Tabak und Streichhölzern

Berichten zufolge wurde der Pfeifenstock im offiziellen Katalog der Great Exhibition in London aufgeführt, die vom 1. Mai bis 15. Oktober 1851 im Hyde Park geöffnet war und rund dreizehntausend Ausstellungsstücke versammelte. Für Pfeifenraucher gab es im Wesentlichen zwei Grundformen. Bei der ersten dient der Schaft als Behälter für eine separate Pfeife: Öffnet man den Stock, kommt eine fertige Pfeife zum Vorschein. Bei der zweiten ist der Stock selbst die Pfeife: Der Schaft wird der Länge nach durchbohrt und so zum Rauchkanal, am Ende wird ein Mundstück angebracht. Ein britisches Patent aus dem Jahr 1856 soll genau diese Anordnung beschreiben: Der Stock wird zu einem Rohr, am Ende wird ein Mundstück angebracht, und wenn er beim Gehen nicht genutzt wird, schützt eine auf das Stockende geschraubte hohle Metallkappe die Öffnung. Ein weiterer Patenteintrag beschreibt, dass der Griff ausgehöhlt und mit Ton oder Meerschaum ausgekleidet direkt zum Pfeifenkopf umfunktioniert wurde.

Auch Hilfsgegenstände wurden nach derselben Logik untergebracht. Streichhölzer waren, seit William Newton 1832 in England das Patent für die wachsbeschichtete Vesta-Zündholzart erhielt, so klein geworden, dass sie in eine Tasche passten; in Werbetexten vom Anfang des 20. Jahrhunderts liest man, dass versilberte Stockgriffe so eingerichtet waren, dass sie rund fünfundzwanzig Streichhölzer aufnahmen. In Warenverzeichnissen derselben Jahre werden nebeneinander Modelle aus Kirschholz oder Bruyère genannt, die eine Pfeife, ein Zigarettenmundstück, ja sogar Feder und Tintenfass beherbergten.

Stellenwert in der Sammlerwelt

Gehstöcke mit Geheimfach werden in der Stocksammlerwelt als eigene Untergattung behandelt und sind für die Vielfalt ihrer Mechanismen bekannt. Beispiele mit Pfeife bilden einen kleinen, aber deutlich abgegrenzten Zweig dieser Untergattung und nehmen innerhalb der Weltgeschichte der Pfeife neben den gängigen Pfeifenformen einen Randplatz ein. Der Gegenstand selbst findet sich auch in Museumsverzeichnissen: In der Sammlung der Science Museum Group ist ein hölzerner Stock mit einem in Pfeifenform gearbeiteten Schraubgriff auf die Zeit 1851–1900 datiert. Auch dem gesamten Genre gewidmete Ausstellungen wurden veranstaltet; das Spielzeug Welten Museum in Basel widmete Gehstöcken mit Geheimfach vom 18. April bis 4. Oktober 2020 eine Sonderausstellung. Auch in der Kriegs- und Geheimdienstgeschichte hat das Geheimfach seinen Platz: Berichten der damaligen Presse zufolge sollen während des Zweiten Weltkriegs in den Hohlräumen von Stöcken verschlüsselte Notizen versteckt worden sein.

Künye

Tür:

Çok işlevli baston (gadget stick, system cane)

Bugünkü Durumu:

Ağırlıklı olarak müze ve koleksiyon konusu

Coğrafya:

Britanya, Orta Avrupa, Kuzey Amerika

Gizlenen Ögeler:

Pipo haznesi, ağızlık, tütün, enfiye, kibrit

Dönem:

18. yüzyıl sonu – 20. yüzyıl başı

Dönüm Noktası:

Gizli bölmeli bastonların 18.–19. yüzyılda moda aksesuarına dönüşmesi

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Kaynaklar

  1. Pipedia — Artikel Unusual Walking Sticks: A Pastime Accouterment for the Pipe Smoker

  2. Wikipedia — Artikel Walking stick

  3. Wikipedia — Artikel Swordstick

  4. Wikipedia — Artikel Great Exhibition

  5. Wikipedia — Artikel Vesta case

  6. Wikipedia — Artikel Smuggling of silkworm eggs into the Byzantine Empire

  7. Science Museum Group — Sammlungseintrag: hölzerner Stock mit pfeifenförmigem Schraubgriff (1851–1900)

  8. Spielzeug Welten Museum Basel — Ausstellungsarchiv: The walking stick with a secret (18. April – 4. Oktober 2020)

  9. Journal of Antiques and Collectibles — Artikel Nineteenth Century Walking Sticks

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